VivaTech 2026 in Paris

Deutsch-französischer Schulterschluss für souveräne KI in Europa

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Europa hat die KI-Kompetenzen, jetzt geht es darum, sie zu nutzen – darüber sprach Prof. Dr. Stefan Wrobel, Institutsleiter des Fraunhofer IAIS, mit dem Digitalminister am Fraunhofer-Stand auf der VivaTech. Deutschland und Europa verfügen bereits über die notwendigen Fähigkeiten und Kapazitäten, um KI-Modelle von Grund auf zu trainieren, die auf internationalem Niveau eine wettbewerbsfähige Basis für industrielle Anwendungen und Domänenanpassung sein können. Als Beispiel erläuterte Prof. Wrobel die aktuellen Benchmarks des Projekts Soofi. Dort sind schon jetzt kompakte, effiziente Modelle entstanden, die im internationalen Vergleich bestehen und die Grundlage für größere Modelle und die nächste Modellgeneration legen.

© Fraunhofer-Gesellschaft
© Fraunhofer-Gesellschaft

Von besonderer Bedeutung für die europäische KI-Landschaft ist die deutsch-französische Zusammenarbeit: Mit dem KI-Dialog zwischen Fraunhofer, Inria und dem Institut Mines-Télécom (IMT), der bereits im Januar 2025 gestartet ist, bündeln die Partnerinstitutionen ihre Stärken, um industriell nutzbare KI für ein unabhängiges und wettbewerbsfähiges Europa voranzubringen. Im Rahmen einer strategischen Kooperation, die am Freitag auf der VivaTech besiegelt wurde, werden Inria und Fraunhofer bei der Entwicklung verlässlicher Modelllinien für Europa eng zusammenarbeiten.

Darüber hinaus diskutierte Stefan Wrobel auf der German Stage im Panel »Frontier AI: Shaping Europe's AI Future« gemeinsam mit Sabrina Küspert, Frontier AI Coordination European AI Office, und Hugo Micheron, CEO & Co-Founder Arlequin AI, wie Europa seine KI-Zukunft aktiv gestalten kann. Die Botschaft: In der aktuellen geopolitischen Lage ist technologische Souveränität kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Fraunhofer arbeitet an der Schnittstelle zwischen Spitzenforschung und industrieller Umsetzung und im engen Schulterschluss mit der Politik.

»Europa hat alle Voraussetzungen, um bei Künstlicher Intelligenz eine führende Rolle zu spielen. Was wir jetzt brauchen, sind der politische Wille und die Investitionen, um vorhandene Modelle so zu skalieren und weiterzuentwickeln, dass sie mit Hebelwirkung auf breiter Fläche eine verlässliche Basis für industrielle Anwendungen in Europa werden – die deutsch-französische Zusammenarbeit bietet hierfür einen ausgezeichneten Rahmen«, so Stefan Wrobel.