EU-Projekt NURISH

NURturing transformative capacities, Innovation in NBS and Harmonious resilience in rural areas

Ländliche Räume sind für Europa von zentraler Bedeutung, da sie als Hauptquelle für die Nahrungsmittelproduktion, den Erhalt der Biodiversität und die Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit fungieren und zugleich ein reiches kulturelles Erbe bewahren. Ländliche Regionen machen 83 % der EU-Fläche aus und beherbergen 28 % der Bevölkerung (etwa 140 Millionen Menschen). Gleichzeitig sind ländliche Regionen anfällig gegenüber extremen Wetterereignissen wie Überschwemmungen und Dürren und kämpfen mit Herausforderungen wie Bevölkerungsrückgang, Arbeitslosigkeit, begrenzten finanziellen, technische und personellen Ressourcen und unzureichendem Zugang zu digitalen Technologien und Infrastrukturen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind maßgeschneiderte Politiken und Investitionen sowie eine sektorübergreifende Zusammenarbeit entscheidend für den Aufbau von Klimaresilienz in ländlichen Regionen. Ländliche Räume bieten neue Chancen in den Bereichen naturbasierte Wirtschaft und digitale Technologien, indem sie durch Innovationen in Landwirtschaft, Tourismus, Kultur und Dienstleistungen zur Klimaresilienz beitragen. Die Resilienz in ländlichen Regionen beruht stärker auf dem gesellschaftlichen Kapital als auf dem wirtschaftlichen Kapital und unterstreicht damit die Notwendigkeit lokaler Beteiligung und sektorübergreifender Kooperation.

NURISH (NURturing transformative capacities, Innovation in NBS and Harmonious resilience in rural areas) unterstützt die transformative Entwicklung ländlicher Regionen hin zur klimaresilienten Zukunft durch regenerative Praktiken in den Bereichen community building, wirtschaftliche Entwicklung, multilevel Governance und Klimaanpassungsplanung.

NURISH beruht auf vier Säulen:

  1. Stärkung von Fähigkeiten und Kapazitäten
  2. co-kreativ gestalteter systemischer Wandel
  3. transformative naturbasierte Innovation und Wirtschaft
  4. digitale Werkzeuge für Wissenstransfer, Entscheidungsfindung und Monitoring.

Das Forschungsprojekt läuft von Oktober 2025 bis März 2030 und wird unter der Leitung der National Technical University Athens (NTUA) von einem Konsortium aus 28 Forschungs-, Governance- und Technologiepartnern, inklusive eines Teams von Fraunhofer IAIS, durchgeführt. Vier der Partner sind die sogenannten Resilience Hubs (RHs), die konkrete naturbasierte Lösungen (Nature Based Solutions, NBS) im Projekt implementieren. Darüber hinaus sind fünf Resiliences Nodes (RNs) Partner im Projekt, die im Anschluss an das Projekt in der Lage sein werden, eigene NBS umzusetzen.

Die RHs sind:

  • die Insel Skiathos (Griechenland, Herausforderungen in den Bereichen Wassermanagement, Waldbrände und Energiesicherheit),
  • die Kommune Athienou (Zypern, Herausforderungen in den Bereichen Desertifikation, Nahrungsmittelsicherheit, extreme Wetterereignisse und Waldbrände),
  • die Kommunen Ranua und Pudasjärvi (Finnland, Herausforderungen in den Bereichen Wassermanagement, Biodiversitätsverlust, Verschmutzung und Eutrophierung von Seen) und
  • Uttlesford & Epping (Großbritannien, Herausforderungen in den Bereichen Bodenerosion, Biodiversitätsverlust, Nahrungsmittelsicherheit).

Die RNs sind:

  • Antissa (Kommune auf West-Lesbos, Griechenland),
  • der grüne Korridor des Guadalhorce Flusses (Malaga, Spanien),
  • die Region Frosinore (Italien),
  • Mgarr (Kommune auf Malta) und
  • Cherwell und West Oxfordshire (Regionen in Großbritannien).

Das Fraunhofer IAIS koordiniert in NURISH die Aktivitäten zur ersten Säule »Stärkung von Fähigkeiten und Kapazitäten«. Dabei werden gemeinsam mit den Projektpartner vom Institute for Housing and Urban Development (Niederlande), dem Imperial College London (Großbritannien ) und BREAK EVEN Consulting (Griechenland) Training Module zu den Themen Klimapolitik, Klima-Risikoanalyse, Anpassungsplanung und Anpassungspfade, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, Förderung und Finanzierung von Klimaanpassung und Resilienz sowie naturbasierte Wirtschaft entwickelt. Diese Module werden gemeinsam mit den NURISH Fallstudien, den oben genannten Resilience Hubs und Nodes, entwickelt und validiert, so dass sie auf die Bedürfnisse der Akteure im ländlichen Raum zugeschnitten sind. Die durchgeführten Training Sessions werden begleitet von einem systematischen Monitoring und einer folgenden Evaluation.

 

Kontakt

Anna Klose