Fostering Adaptation and Inclusion for Resilient FUTURE
Klimarisiken treffen Menschen nicht gleich. Hitze konzentriert sich in dicht bebauten Quartieren und schlecht gedämmten Wohnungen, Überflutungen treffen Haushalte ohne Ausweichmöglichkeiten, und steigende Energiekosten belasten vor allem Menschen mit ohnehin knappen Ressourcen. Wenn Städte widerstandsfähiger werden wollen, müssen sie diese ungleiche Betroffenheit verstehen – und gezielt adressieren.
FairFuture setzt genau dort an. Das Projekt verbindet Risikoanalysen, Governance‑Weiterentwicklung und die gemeinsame Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen. In den Resilience Action Labs arbeiten Kommunen, lokale Initiativen, Forschung und Zivilgesellschaft an einem gemeinsamen Verständnis: Wie greifen klimatische Risiken, soziale Faktoren und institutionelle Rahmenbedingungen ineinander? Welche Entscheidungen sind robust – und wo entstehen Zielkonflikte? Da mehrere Städte parallel arbeiten, entsteht ein europäischer Lernprozess, der Erfahrungen unmittelbar vergleichbar macht.
Das Konsortium deckt dafür die nötigen Perspektiven ab: methodische und analytische Expertise, Governance‑ und Innovationskompetenz sowie lokales Erfahrungswissen. Die Demonstratoren – Hamburg, Thessaloniki, Zagreb und Centre‑Val de Loire – erproben Vorgehensweisen vor Ort und entwickeln konkrete Prozesse und Maßnahmen weiter. Die Replikatoren – Vinnytsia, Castilla y León und die Mediterranean Climate Partnership – bringen eigene Bedingungen ein und testen die Übertragbarkeit der entwickelten Ansätze.
Unser Beitrag
Wir arbeiten mit einem klaren methodischen Rahmen: Wirkungsketten zur Strukturierung komplexer Zusammenhänge, indikatorbasierte Risikoanalysen zur Bewertung räumlich‑sozialer Gefährdungslagen, eine systematisch aufgebaute Sammlung von Anpassungsmaßnahmen in Form einer Pattern Language, und Resilienzpfade nach dem DAPP‑Ansatz, um Entscheidungen über längere Zeiträume belastbar zu machen.
Darauf aufbauend entwickeln wir ein integriertes Werkzeug mit drei Modulen. Das erste Modul unterstützt Städte dabei, Wirkungsketten zu erstellen und Risikoanalysen durchzuführen. Es führt Daten, lokale Expertise und Beobachtungen so zusammen, dass Risiken nachvollziehbar und konsistent abgeleitet werden können. Das zweite Modul erweitert dies um eine strukturierte Maßnahmen‑Datenbank, die Wirkprinzipien, Kontextbedingungen, Nebenwirkungen und die Eignung für verletzliche Gruppen beschreibt und direkt mit den Wirkungsketten verknüpft. Das dritte Modul hilft, daraus Resilienzpfade abzuleiten: Es macht Umschaltpunkte und zeitliche Abhängigkeiten sichtbar und ordnet langfristige Optionen so, dass Entscheidungen anpassbar bleiben.
Entscheidend ist dabei der Prozess: Wir entwickeln diese Module gemeinsam mit den beteiligten Städten und Regionen. Wirkungsketten, Risikoanalysen, Maßnahmen‑Logiken und Resilienzpfade entstehen in Co‑Creation, werden im Projektkontext praktisch angewendet und fortlaufend weiterentwickelt. So entsteht ein Ansatz, der analytische Schärfe mit echter Umsetzbarkeit verbindet – und Kommunen dabei unterstützt, Klimaanpassung gerecht, transparent und wirksam zu gestalten.