Auf der Open-Source-Programmierplattform kommen keine Cookies mehr zum Einsatz. Neue Features inklusive Quellcode-Editor veröffentlicht.

Mehr Datenschutz für die digitale Bildung – das neue Open Roberta Lab

Presseinformation / 23.1.2020

Programmieren lernen auf höchstem Datenschutz-Niveau: Für die Programmierplattform »Open Roberta Lab«, die an zahlreichen Schulen in Deutschland und international Kindern kostenfrei den Einstieg in die Welt der Bits und Bytes erleichtert, hat das Developer-Team des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS Lösungen erarbeitet, die mit möglichst wenig Daten auskommen. Unter anderem werden auf der Bildungsplattform keine Cookies mehr eingesetzt. Dank der umfangreichen Überarbeitung des Labs mit zahlreichen neuen Features und außergewöhnlich hohen Datenschutz-Maßnahmen erwartet das Fraunhofer IAIS für 2020 bis zu eine Million Programmierer*innen auf der Open-Source-Plattform.

© Fraunhofer IAIS
Im Open Roberta Lab programmieren Kinder und Jugendliche aus mehr als 120 Ländern Roboter und Mikrocontroller.

Seit dem Launch in 2014 wächst die visuelle Programmierplattform von Fraunhofer IAIS auf allen Ebenen: 13 integrierte Robotik-Systeme, 20 Sprachen und rund eine halbe Million Besucher*innen in 2019 tragen zum Erfolg und Wachstum der Plattform bei. Das Release 3.8.0 bringt zum Jahresbeginn viele Besonderheiten mit sich. 

Keine Cookies mehr notwendig

Anders als bei vielen anderen Online-Programmierplattformen kommen im Open Roberta Lab ab sofort keine Cookies mehr zum Einsatz. So entfallen z. B. die zuvor genutzten Cookies zur Speicherung von Log-In, Downloadordner und der Robotik-Systemauswahl. Andere technisch notwendige Cookies wurden durch eine serverseitige Lösung ersetzt, die ohne die langfristige Speicherung lokaler Dateien auf Festplatte oder Browser der Nutzer*innen auskommt. 

Der Wegfall der Cookies reduziert die Anzahl der personenbezogenen Daten, die auf dem Fraunhofer-Server am Standort des Fraunhofer IAIS in Sankt Augustin gespeichert werden, nun auf ein Minimum. Thorsten Leimbach, Geschäftsfeldleiter »Smart Coding and Learning« am Fraunhofer IAIS und Leiter der Roberta-Initiative: »Der Datenschutz ist insbesondere im Bildungskontext ein wichtiges Thema. Am Fraunhofer IAIS haben wir den Anspruch, den Prinzipien Privacy by Design und Privacy by Default zu entsprechen. Mit dem Update haben wir eine Lösung gefunden, auf kritische Methoden, wie z. B. technische Cookies, zu verzichten und gleichzeitig die Nutzungserfahrung im Open Roberta Lab zu verbessern. Wir hoffen, dass wir damit als eine der größten MINT-Initiativen Europas mit bis zu einer Million Nutzer*innen, die wir in 2020 erwarten, auch anderen Coding-Plattformen ein Vorbild sein können.«

Der Quellcode-Editor

Eine weitere Neuheit, die bereits von vielen Open Roberta-Fans erwartet wurde, ist der Quellcode-Editor. Nachdem Nutzer*innen auf der Plattform mit der blockbasierten Programmiersprache NEPO ihr Programm per »drag and drop« erstellt haben, können sie ab sofort dasselbe Programm im Quellcode-Editor in textbasierten Programmiersprachen wie Java, Python oder C/C++ bearbeiten. »Mit dem Quellcode-Editor erfüllen wir einen großen Wunsch unserer Community«, sagt Beate Jost, Technische Leiterin bei Open Roberta. »Dabei handelt es sich um eine sinnvolle Ergänzung für den schulischen Programmierunterricht. Mit Open Roberta können Schüler*innen nun sowohl in die visuelle Programmierung einsteigen als auch textuelle Programmiersprachen praxisnah kennenlernen.«

Neue Hardware-Systeme, Sensoren, Module und Sprachen 

Als neues Hardwaresystem unterstützt das Open Roberta Lab das Microboard Arduino Uno WiFi Rev2, welches für Schulklassen im Arduino MINT-Coding-Set CTC GO! enthalten ist: Das Set bietet Lehrkräften ein Einstiegsprogramm mit acht Unterrichtsstunden, acht angeleiteten Projekten und sechs selbstgeführten Projekten an. Für weitere Robotik-Systeme wurden neue Sensoren und Module integriert. So ist mit der LED-Matrix für den mBot (Makeblock) ab sofort ein mit 8x16 Leuchten ausgestattetes Display im Open Roberta Lab programmierbar. Besitzer*innen eines Calliope mini »Revision 1.3« können die Calliope-App mit NEPO nun dank verbesserter Bluetooth-Verbindung noch zuverlässiger auf mobilen Endgeräten, wie z. B. Tablets, nutzen. Weitere Sensoren wurden für das Umwelt-Kit Sensebox und den Lego Education-Roboter Mindstorms EV3 integriert. Mit neuen Übersetzungen in den Sprachen Rumänisch und Baskisch ist das Open Roberta Lab nun auf insgesamt 20 Sprachen für die internationale Community verfügbar: Allein in 2019 wurde das Lab aus mehr als 120 Ländern aufgerufen.