Seenotretter stellen Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Gesellschaft und RHOTHETA vor

Transkriptionssystem soll Kommunikation bei maritimen Such- und Rettungseinsätzen unterstützen

Presseinformation / 17.4.2019

Eine verbesserte Kommunikation bei Such- und Rettungseinsätzen ist das Ziel eines Forschungsvorhabens, das die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und weiteren Verbundpartnern realisiert. Kern des Projektes ist die Entwicklung eines automatischen Transkriptionssystems für UKW-Funksprüche bei gleichzeitiger Absenderlokalisierung und -identifizierung.

Eine verbesserte Kommunikation bei Such- und Rettungseinsätzen ist das Ziel eines Forschungsvorhabens, das die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit weiteren Verbundpartnern realisiert. Die Partner trafen sich jetzt zur Auftaktveranstaltung in der Zentrale der Seenotretter in Bremen.
© DGzRS – Die Seenotretter

Vlnr.: Gerd Hoschek, Thomas Kaup (beide DLRG), Tina Stefanova (VDI Technologiezentrum), Ivan Zverev (RHOTHETA), Ingrid Fröhlingsdorf (VDI Technologiezentrum), Klaus Schnell (Bundespolizei), Michaela Selzer (Bayerisches Rotes Kreuz), Thomas Lübcke, Aylin Gözalan, Udo Helge Fox (alle DGzRS), Sven Brodowski (BRK Wasserwacht), Dirk Stommel (DGzRS), Hans-Karl von Arnim (BSH), Hagen Jaeger, Christoph A. Schmidt (beide Fraunhofer IAIS), Ole John, Maximilian Reimann (beide Fraunhofer CML)

Das System soll über UKW-Funk verbreitete Sprachmitteilungen automatisch verschriftlichen und sie Einsatzkräften bei Such- und Rettungseinsätzen auf bordeigenen Geräten anzeigen. Im Gegensatz zu bereits existierenden Systemen ist die Anforderung, dass dies sprach- und sprecherunabhängig funktioniert. Funkpeiltechnik und AIS-Datenauswertung werden zur Lokalisierung und Identifizierung von Funkspruchabsendern herangezogen. In der Entwicklung arbeiten die Seenotretter mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS zusammen. Weitere Verbundpartner sind das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML und die Firma RHOTHETA Elektronik GmbH. Die Auftaktveranstaltung für das Projekt fand am Dienstag, 16. April 2019, in der Zentrale der Seenotretter in Bremen statt.

Eine Herausforderung des Projektes liegt in der stark variierenden Sprach- und Signalqualität der zu verschriftlichenden Mitteilungen. Zudem soll das System lokal und ohne Internetverbindung funktionieren, um an Bord von Such- und Rettungsfahrzeugen eingesetzt werden zu können. Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung einer zuverlässigen Zuordnung von Absendern, wenn mehrere Schiffe auf einem Peilstrahl liegen und damit alle als Absender in Frage kommen.

Bisher ist bei Rettungseinsätzen unter erschwerten Bedingungen wie rauer See, Dunkelheit und erheblicher Geräuschkulisse eine präzise Dokumentation der Gespräche nicht möglich. Da besonders bei komplexen Einsatzlagen die Kommunikation ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg einer Rettungsaktion sein kann, soll das System eine erhebliche Arbeitserleichterung für die Einsatzkräfte seegehender Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben schaffen.

Möglich wäre später auch ein Einsatz im Bereich der Verkehrslenkung sowie die Integration einzelner Funktionen in Stabs- und Leitstellensoftwaresysteme.

Das Projekt wird im Zuge der Bekanntmachung »Anwender-Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms »Forschung für die zivile Sicherheit« der Bundesregierung gefördert (www.sifo.de).

Verbundpartner ARTUS:

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – DGzRS (Verbundkoordination) in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS
Fraunhofer-Center für Maritime Logistik CML
RHOTHETA Elektronik GmbH

Assoziierte Partner:

Bayerisches Rotes Kreuz – Wasserwacht
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Bundespolizei See
Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. – DLRG