Medienspiegel 2013

Dezember 2013

Digitale Juwelen

Bild der Wissenschaft, 17. Dezember 2013:

»Schlaue Programme können aus digitalen Daten verblüffende Informationen herauslesen. Deutsche Forscher sorgen dafür, dass dabei der Datenschutz gewahrt bleibt.

Um riesige Datenberge zu bezwingen, sind trickreiche Technologien nötig. Denn man benötigt immense Rechenleistung und enorm viel Speicherplatz. Dafür bauen die Informationen auf eine schlaue Organisation der Daten. Und die erledigen die Rechner selbst. So sind stets mehrere Rechner miteinander „im Gespräch“ und klären, welche Maschine wann welche Aufgabe übernimmt. Zusätzlich sorgen neuartige Hardwaresysteme wie das In-Memory-Computing dafür, dass sich riesige Datenmengen schnell bearbeiten und auswerten lassen. Dazu werden die Daten nicht wie bei herkömmlichen Rechnern von der Festplatte in den – relativ kleinen – Hauptspeicher geladen. Stattdessen ist der Hauptspeicher selbst so groß, dass alle benötigten Daten dort bereitliegen.«

Big Data aus der Wurzel

Bild der Wissenschaft, 17. Dezember 2013:

»In riesigen Datenbergen spürt der Forscher Kristian Kersting aus dem Rheinland Hinweise auf, wie man Feldfrüchte ertragreicher anbauen kann. Das Förderprogramm „Attract“ hatte den findigen Wissenschaftler zurück nach Deutschland gelockt.

Bits und Bytes sind die Welt von Kristian Kersting. Der Informatiker, der am Fraunhofer IAIS sowie an der Technischen Universität Dortmund forscht, sucht darin nach nützlichen Informationen, die der menschliche Geist nicht ohne technische Hilfe erfassen kann. Das Stichwort dafür ist „Big Data“: ein Berg unstrukturierter Daten aus unterschiedlichen Quellen, in dem Perlen von Wissen schlummern können. Um sie zu finden, entwickeln Kersting und seine Kollegen clevere Algorithmen, die in der Lage sind, versteckte Muster zu erkennen und zu interpretieren.«

Big Data Factory

Technik in Bayern, Dezember 2013:

»Technischer Vorsprung durch intelligente Datenanalyse

Die Analyse komplexer Daten gehört für viele Unternehmen zum Alltag. Immer rasanter verschmelzen allerdings Informationstechnologie, Analytik und Industriesteuerung. Der Paradigmenwechsel, der damit einhergeht, zielt darauf ab, Unternehmensmanagement, Erzeugung und Wertschöpfung in neuer Form zu synchronisieren.

Big-Data-Technologien ermöglichen die intelligente Analyse und Verknüpfung großer, multi-dimensionaler Datenbestände in Echtzeit, um datengetriebene Prozessentscheidungen im übergeordneten Kontext zu treffen und gleichzeitig mit Gespür für den jeweiligen Kunden überzeugende Angebote zu offerieren. Es ist diese vertikal-integrative Funktion und ganzheitliche Sicht, die den Wert von Big Data für Unternehmen, Konsumenten und Organisationen ausmacht.

Hendrik Stange, Fraunhofer IAIS«

November 2013

Aufmerksam hingeschaut

Markenartikel, November 2013:

»Über welchen Kanal eine Werbebotschaft den Konsumenten erreicht, verliert zunehmend an Bedeutung. Wichtig ist, dass er die Möglichkeit hat, sofort mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten.

Aufmerksamkeit ist entscheidend - Häufig gibt das lineare Fernsehen einen Impuls - etwa für eine Suche nach mehr Informationen auf dem Second Screen. Viele schalten jedoch auch umgekehrt erst durch einen Impuls auf dem Second Screen den Fernseher an. Welches ist nun der First und welches der Second Screen? Die Antwort: Es spielt keine Rolle. Der First Screen ist das Gerät, auf dem die Aufmerksamkeit des Zuschauers liegt. Daher ist es wichtig, dass sich die Inhalte auf den Bildschirmen ergänzen und miteinander verknüpft sind. Unternehmen müssen verstehen, wie und was der Zuschauer nutzt, um ihm die Informationen, die er haben möchte schnell und aggregiert zur Verfügung zu stellen.

Angelika Pauer, Fraunhofer IAIS«

Die große Chance mit Patientendaten

ÄrzteZeitung, 22. November 2013:

»Die Datenmengen aus dem Gesundheitswesen wachsen immer weiter. Experten sehen darin einen großen Mehrwert zur Verbesserung der Patientenversorgung.

Der NHS verfügt über eine große Menge an Informationen über Patienten, die im staatlichen Gesundheitssystem versorgt werden. Darunter sind pro Jahr 500 Millionen Einträge zu den verordneten Arzneimitteln. Der NHS hat beschlossen, diese Daten anonymisiert auch Dritten zugänglich zu machen, berichtete Professor Stefan Wrobel bei einer Diskussion zu "Big Data im Gesundheitswesen" auf dem Medica Health IT Forum in Düsseldorf.

"Wenn 500 Millionen Rezeptdaten öffentlich verfügbar gemacht werden, stellen sich eine Menge Fragen, auf die wir in Deutschland noch keine Antworten haben", sagte Prof. Wrobel. Die gezielte Auswertung vorhandener Daten könne es ermöglichen, Patienten unnötige Behandlungen zu ersparen und bestimmte Auffälligkeiten oder Risiken zu erkennen.«

Ein Bildschirm ist nicht genug

Technology Review, 21. November 2013:

»Fernsehen und gleichzeitig mit Tablet oder Smartphone im Internet surfen:

Der Trend geht zum "Second Screen". TV-Sender versuchen deshalb, den zweiten Bildschirm mit eigenen Inhalten zu füllen.

Forscher arbeiten daran, dass TV- und Web-Inhalte in einem Guss erscheinen. Dafür ist die Synchronisation des mobilen Endgeräts mit der Fernsehsendung wichtig. Fraunhofer IAIS löst diese Herausforderung mit einer Audio-Erkennung. Eine App im Smartphone oder Tablet lauscht zu Beginn der Sendung einige Sekunden auf Sprache, Musik und andere Geräusche der Sendung, durch Rascheln der Chipstüte und Gespräche der Zuschauer lässt sie sich nicht irritieren. Die App erzeugt aus den Audio-Informationen eine Art Audio-Fingerabdruck und sendet diesen an den Rechner des Senders.

Die Fraunhofer-Entwicklung hat sich bei „About:Kate“ schon bewährt. Nachteil ist aber, dass die Rechner millionenfache Anfragen nicht mehr bewältigen können. Schon bald könnte die Nachfrage nach oben schnellen, etwa bei großen Sportevents wie der Fußball-WM. Das Fraunhofer IAIS arbeitet derzeit daran, den Audio-Fingerprint fürs Millionenpublikum fit zu machen.«

Big Data ist Teamsport

Computerwoche, 18. November 2013:

»In den kommenden Jahren entstehen viele neue Jobs im Big-Data-Umfeld. Das Tätigkeitsprofil ist vielschichtig und bietet unterschiedliche Schwerpunkte.

Zweifellos ist Big Data eines der wichtigsten IT-Trendthemen. Ob Spezialisten oder Generalisten die neuen Aufgaben übernehmen werden, welche Berufsfelder sich herauskristallisieren und wie viele Jobs zu erwarten sind, darüber gehen die Meinungen zum Teil weit auseinander. Die Marktforscher von Gartner zum Beispiel brachten imposante Zahlen in Umlauf. Bis 2016 sollen aufgrund von Big Data weltweit rund 4,4 Millionen neue IT-Jobs entstehen. 

Noch existieren kaum formale universitäre Ausbildungswege zum Big-Data-Spezialisten, doch das muss kein Nachteil sein, wie die Gesprächspartner betonen, denn es gebe vielfältige Einstiegsoptionen. Neben herstellerspezifischen Zertifikaten und Schulungen finde man im Netz auch zahlreiche kostenlose Online-Kurse. Bollhöfer lernte beim Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in St. Augustin die Kniffe der Datenanalyse.«

Ruß verdunkelt den Sensorenblick

Badische Neueste Nachrichten, 12. November 2013

»Beim Recycling von schwarzen Kunststoffen stoßen herkömmliche Sortiersysteme an ihre Grenzen

Beim Recycling von schwarzen Kunststoffen stoßen die in der Industrie eingesetzten Sortiersysteme regelmäßig an ihre Grenzen. Der Grund: Der zum Schwärzen der Kunststoffe eingesetzte Ruß schluckt sowohl im sichtbaren als auch im infraroten Wellenlängenbereich der optischen Sensorgräte einen Großteil der Strahlung und eine sortenreine Sortierung ist deshalb nicht möglich.

Um künftig auch schwarze Kunststoffe ohne Qualitätseinbußen in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen, haben sich drei Fraunhofer Institute der Sache angenommen. Fraunhofer IOSB, FHR und IAIS arbeiten bei der Entwicklung eines Prototyps eng mit den Partnern aus der Recycling-Industrie zusammen.«

Oktober 2013

Datensatz-Leserei

c't, 21. Oktober 2013:

»Wie Big-Data-Systeme riesige Informationsmengen sammeln, filtern und auswerten

Schneller, höher, weiter

Analysen auf großen Datenmengen sind aufwendig und individuell. Es gibt keine Lösung von der Stange -  aber einige wichtige Verarbeitungstechniken, die häufig die Vorraussetzungen schaffen. Schon fast ein Synonym für Big Data ist die Software-Bibliothek Apache Hadoop, die mit Hilfe eines einfachen Programmier- modells Berechnungen über riesige Datensätze auf Computer-Cluster verteilt....

Aber ein Hadoop-Cluster im Rechnerraum löst nicht automatisch alle Big-Data-Probleme. Bei dem vom Fraunhofer-IAIS entwickelten Fraud-Detection-Verfahren zur Verhinderung von Kreditkartenmissbrauch beispielsweise seien Versuche mit MapReduce nicht erfolgreich verlaufen, erklärt Dr. Stefan Rüping, der am IAIS für Maschinelles Lernen und Knowledge Discovery (KD) zuständig ist. Das verwendete Lernverfahren habe sich nicht gut genug in unabhängige Teilprobleme aufsplitten lassen.«

Big Data in Motion

automotiveIT, Oktober 2013:

»Roadmap - Mit zielgerichteten Datenauswertungn können OEMs und Zulieferer an der Spitze des Wettbewerbs fahren. Hendrik Stange vom Fraunhofer IAIS zeigt die Chancen für Prozesse und Produkte auf.

Immer rasanter verschmelzen Informationstechnologie, Analytik und Industriesteuerung. Der damit einhergehende Pradigmenwechsel zielt darauf ab, Unternehmensmanagement, Erzeugung und Wertschöpfung in neuer Form flexibler, krativer und vernetzter zu machen, ohne durch die Datenentstehung ausgebremst zu werden. Vor diesem Hintergrund ist Big Data ein Leitbegriff der Industrie 4.0. Insbesondere intelligente und adaptive Systeme legen einen Grundstein für die automobile "Big Data Factory". Dabei wird die Vernetzung der Daten aus Unternehmens- und Produktionsprozessen ergänzt um die Sensorik und Diagnosefähigkeit in den Fahrzeugen. Für den Automobilsektor bedeutet das: " BigData findet auch auf der Straße statt." «

Bringen Sie Ihr Tablet mit!

Die Welt, 18. Oktober 2013:

»Der Einsatz privater Geräte am Arbeitsplatz will gut überlegt sein

Wenn Mitarbeiter Ihre Privatgeräte mit dem Firmennetzwerk verbinden, werden IT-Sicherheitsverantwortliche nervoes. Das Prinzip "Bring Your Own Device"(BOYD) ist umstritten. .... Wie bleiben private und Unternehmensdaten getrennt? Wer gewährleistet Zutritts- und Zugangskontrollen, wenn das Tablet im Fitnessclub liegt?

Wissenschaftler der Fraunhofer IAIS meinen, dass Unternehmen das Mitbringen privater Hardware auf längere Sicht nicht verhindern können. ... Voraussetzung für das Einbinden privater Endgeräte sei allerdings die Klärung wichtiger Fragestellungen. Imagefragen hin oder her, ohne Einschränkungen geht es nicht, warnen auch die Fraunhofer-Expertn und bieten Unternehmen Beratung an.«

Big Data: Überrollt die riesige Datenmenge die Fachverlage?

Boersenblatt.net, 11. Oktober 2013:

»Unter dem Motto "Wissen oder Algorithmus: Woher kommt das Know-how in Zukunft?" lud die Deutsche Fachpresse auf der Frankfurter Buchmesse zu einer Diskussionsrunde unter Experten ein.

Fachmediales Wissensmanagement ist mit einer täglich wachsenden Datenmenge konfrontiert. Diese Entwicklung wirft Fragen auf: Müssen die Begriffe von "Wissen" und "Know-how" neu definiert werden? Welches Potenzial birgt das riesige Datenvorkommen und wie lässt es sich nutzen? Welche neuen Aufgaben kommen auf die Verlage zu? Diesen Fragen stellte sich die Diskussionsrunde.

Dabei war man sich im Grundsatz darüber einig, dass Wissen auch in Zukunft nicht gleichzusetzen ist  mit der Anhäufung von Daten. Technik ist zwar wesentlich effizienter, wenn es darum geht, Datensätze unter bestimmten Suchkriterien zu scannen, oder auch Analyseergebnisse nach vorgegebenen Parametern zu liefern, selbständige Erkenntnisse sind auf diesem Weg allerdings nicht zu erwarten. "Ohne Menschen, die das Wissen haben, geht in Unternehmen nichts", betonte Michael Eble vom Fraunhofer-Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme.«

Ehrung für innovative Forscher

Mannheimer Morgen, 11. Oktober 2013:

»Der Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft "Klar Text" wurde gestern zum elften Mal an Nachwuchswissenschaftler verliehen. "Die diesjährigen Wissenschaftler überzeugen mit der hervorragenden Qualität ihrer Doktorarbeiten und beschrieben diese verständlich und stilsicher in ihren preisgekrönzten Artikeln", hieß es in der Neuen Aula der Universität Heidelberg.

Das Projekt von Dr. Barbara Krausz widmet sich der angewandten Wissenschaft. Die Informatikerin des Fraunhofer-Instituts IAIS, Sankt Augustin entwickelte ein Warnsystem, das Massenpaniken verhindern soll.«

September 2013

NSA & Edward Snowden – Wir Schnäppchenjäger

Frankfurter Rundschau Online, 13. September 2013:

»Bei Beckmann ging es um die Digitalisierung unseres Alltags und was von unserer Privatsphäre noch übrig bleibt. [...] Hans Magnus Enzensberger, einer der herausragenden Denker der bundesdeutschen Nachkriegszeit, gestand, dass er ohne elektronische Geräte zu leben versuche. [...] Staat und Wirtschaft spielten einander in die Hände beim Versuch, uns perfekt zu überwachen. [...]

Dabei sei doch der Staat in der Pflicht und müsse per Gesetz den Umgang mit Daten festlegen, befand Stefan Wrobel, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, und Internet-Unternehmerin Yvonne Hofstetter erwog gar ein internationales Abkommen über die Verwendung von Algorithmen – schließlich erleide die Wirtschaft wegen allseitiger Spionage auch Schaden.«

Frühkritik: Enzensberger bei "Beckmann" – Der Mann mit dem Füller

Frankfurter Allgemeine Zeitung Online, 13. September 2013:

»Bei "Beckmann" wurde am Donnerstag Abend über Edward Snowden, Big Data und die Folgen gesprochen. Sie waren Vier, der große Liberale Gerhart Baum, die Datenanalytikerin Yvonne Hofstetter, Stefan Wrobel vom Fraunhofer Insititut. Und er. Im blauen Sakko, die weissen Haare wie ein Helm auf dem Kopf. Es wurde seine Show.«

Wie Second Screen zum Werbeerfolg wird

iBusiness, 2. September 2013:

»Die Potenziale von Second Screen sind bisher ungenutzt. Werber, Agenturen und TV-Sender experimentieren noch mit dem Crosschannel-Trend - und das oftmals am Kundeninteresse vorbei. Noch: Acht Trends zeigen, wie Agenturen und Onlineshops den Kunden mit Second-Screen-Strategien erfolgreich ansprechen und wo sie ihr Budget verschwenden.

Second Screen macht Multichannel-Werbung unverzichtbar.

Wer sich bisher noch gegen einen Offline-Online-Werbemix gewehrt hat, den sollte das Second-Screen-Phänomen eines Besseren belehren. "Werber 'können' die Erkenntnisse dazu nicht nur nutzen", sagt Angelika Pauer, Business Development Manager am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS.«

August 2013

Roboter erobern das Klassenzimmer

Kieler Nachrichten, 15. August 2013:

»Roberta-Pilotprojekt an 76 Schulen in Schleswig-Holstein gestartet - Es soll Interesse an Naturwissenschaften und Technik wecken

Mathe, Informatik und Naturwissenschaften zu verstehen, ist für viele Schüler ja nicht immer ganz einfach. Zu theoretisch, zu viele Formeln. Kleine Roboter aus Legosteinen sollen das Lernen nicht nur leichter, sondern den Unterricht auch spielerischer gestalten.

Im Fraunhofer IAIS wurde 2002 die Idee für Roberta entwickelt. Mithilfe der kleinen Roboter soll vor allem auch bei Mädchen die Neugier für die eher als jungentypische geltenden Unterichtsfächer angeregt werden.«

Juli 2013

Nach unserer Zukunft

Süddeutsche Zeitung, 13./14. Juli 2013:

»Ein Besuch bei den Fraunhofer-Forschern für "Intelligente Analyse- und Informationssysteme", Deutschlands avanciertesten Big-Data-Propheten

"Hypotheses non fingo", ich stelle keine Haypothesen auf, sagte Francis Bacon. Nicht der Maler ungesund aussehender Londoner, sondern der Mann, der vor 400 Jahren die Methode der Induktion erfunden hat. Michael May wirkt erheblich unscheinbarer als Bacon, und auch das Motto seines Institutes ist bescheidener: "Do more with data", lautet es. Doch May hat die Petabytes, von denen Bacon nur träumen konnte. Er kann sie sich durch die Finger laufen lassn, sie fltern, verknüpfen und für später lagern, wenn die Daten auf noch mehr Fragen noch viel meh Antworten haben werden. "Wenn Sie hier drei Daten haben und dort drei Daten, und diese verknüpfen, dann haben sie ja nicht sechs Daten. Das explodiert."«

Zwischen Entblößen und Verbergen – die neue Privatheit

Focus, 8. Juli 2013:

»Die Zukunft ist auch in Deutschland Wirklichkeit. Mit hoher Trefferquote erkennt ein Computerprogramm, wann eine Kreditkarte gestohlen ist und missbraucht wird. Das Frankfurter Unternehmen Paymint hat zusammen mit Fraunhofer IAIS die Software entwickelt. Wieder "Big Data": Aus Millarden Bezahlvorgängen in der Vergangenheit lernt sie dank großer Rechnerkapazität, wann sich bei welcher Karte Außergewöhnliches tut: Wurde bisher einmal im Monat der Karton Wein bezahlt, und plötzlich häufen sich Käufe von iPhones, iPads und Computern? Aus Routinen lassen sich Betrugsmuster erkennen - und die Software schlägt Alaram. Manche Banken blockieren dann sofort den Bezahlvorgang.«

Juni 2013

Big Data: Das Warten auf den großen Profit

Deutschlandfunk, 29. Juni 2013:

»Unter dem Motto "Impulse für Ihr Business" hat der Branchenverband BITKOM nach Bonn eingeladen, um Unternehmen das Prinzip Big Data schmackhaft zu machen. Zwar soll die schnelle Auswertung großer Datenmengen in vielen
Branchen das Geschäft ankurbeln, besonders aber der Mittelstand zeigt sich skeptisch.

Doch der deutsche Datenschutz erschwere die rasche Umsetzung, wenn sensible, persönliche Daten im Spiel sind. Professor Stefan Wrobel, Leiter des Fraunhofer-Instituts Intelligente Analyse- und Informationssysteme, setzt deshalb auf  Big-Data-Lösungen für die Industrie, denn Schrauben haben keine Persönlichkeitsrechte.«

Ein Mosaik des Alltags

Berliner Zeitung, 19. Juni 2013:

»Was stand am 21. Mai 1945 in der ersten Ausgabe der Berliner Zeitung? Was schrieb der Kommentator des Neuen Deutschland am 18. Juni 1953? Die Staatsbibliothek Berlin macht drei Zeitungen aus der DDR online komplett zugänglich.

Vier Jahre Arbeit
Der bequemen Benutzeroberfläche von ZEFYS lassen sich die Mühen des Digitalisierungsprojekts nicht mehr ablesen. In vier harten Arbeitsjahren mussten zunächst die Lücken der jeweiligen Bestände ergänzt werden. In keinem Archiv, in keiner Bibliothek lagen alle Jahrgänge der drei Zeitungen vollständig vor. Nicht nur fehlende, auch maschinell gänzlich unlesbare Ausgaben mussten ersetzt werden. Nach dem Scannen von circa 400 000 Seiten – die Berliner Zeitung mit rund 138 000 Seiten – wurde mit einer Software des Fraunhofer Instituts IAIS auf jeder Seite automatisch Anfang und Ende jedes Beitrags erkannt. Diese Layouterkennung und Artikelsegmentierung ist Voraussetzung, um bei der Volltextsuche artikelweise recherchieren zu können. Die Firma ArchivInForm verbesserte die Ergebnisse zusätzlich durch eine manuelle Layouterkennung.«

Big Data – Modebegriff oder Trend

eStrategy-Magazin, Ausgabe 02-2013:

Interview mit Dr. Michael May

»eStrategy: Big Data – Modebegriff oder Trend?
Ganz klar: Beides.

eStrategy: Bei Fraunhofer waren Sie maßgeblich an der Studie „Potenzial-analyse Big Data in Deutschland“ beteiligt. Welche Hauptergebnisse
konnten Sie gewinnen?

Die Potenzialanalyse wurde vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Theseus-Projektes gefördert. Wir haben existierende Business Cases analysiert, Zukunftsworkshops in sechs verschiedenen Branchen und eine Online-Befragung durchgeführt. Zusammengefasst lässt sich sagen: Grundsätzlich ist das Thema in Deutschland angekommen. Über viele Branchen hinweg denken Unternehmen über den Einsatz von Big Data nach. Innovationscenter und Big Data-Task Forces werden überall ins
Leben gerufen.
Aber es existieren auch Hemmnisse. Neben Problemen des Datenschutzes – ein in dieser Ausprägung sehr deutsches Phänomen – ist insbesondere die mangelnde Vertrautheit mit den neuen Technologien ein Problem. Was  gegenwärtig am meisten benötigt wird, sind Orientierungshilfen wie erfolg-reiche Use Cases, Best Practices, Lösungsübersichten, aber auch Trainings-maßnahmen. Das Jahr 2013 wird hier sehr spannend.«

Mai 2013

Fährten auf Facebook

Bild der Wissenschaft, 21. Mai 2013:

»Endloses Geplapper: Auf diversen Web-Seiten, übers Mobiltelefon, per SMS oder in selbst erstellten Videoclips - die Mitteilsamkeit der Menschen scheint stetig zu wachsen. Wer meint, er habe etwas zu sagen, macht es umgehend publik. Für Unternehmen, die etwa durch individualisierte Werbung Käufer finden wollen, sind die Daten, die so erzeugt und verteilt werden, eine Goldgrube.

Bei diesen schwindelerregenden Zahlen kann man verstehen, dass die IT-Experten inzwischen von "Big Data" sprechen ... Darin schlummern, davon sind nicht nur die Fraunhofer-Forscher aus Sankt Augustin überzeugt, ein unermesslicher Schatz an Wissen und neuen Erkenntnissen über Menschen und Gesellschaft, aus dem Wirtschaft und Wissenschaft immens Profit schlagen können.«

Kreditkartenbetrüger – schnell entlarvt

P.T. Magazin, 14. Mai 2013:

»Mit »MINTify rule« lassen sich Betrugsversuche schnell aufdecken

Steckt die Kreditkarte im Portemonnaie und dieses in der Tasche, wähnt man sich sicher vor Betrügereien. Zu Unrecht: Trickbetrügern reichen meist Kartennummern und -daten. Eine neue Software soll nun effektiver vor den Dieben schützen. Doch wie lassen sich die Karten besser schützen? Einfach auf sein Portemonnaie aufzupassen und die Karten bei der Bezahlung nicht aus der Hand zu geben, reicht nicht aus. ... Auch bei Bezahlungen im Internet weiß der Kunde nicht, auf welche Abwege seine Daten geraten.

Die Banken erstellen daher Wenn-Dann-Regeln für die Buchungsvorgänge. ... Bisher schauen sich die Mitarbeiter die Betrugsfälle von Hand an und erstellen dazu die jeweiligen Regeln. Bei der riesigen Anzahl von Betrugsdelikten gelangt dieses Verfahren jedoch schnell an seine Grenzen.  Die Software »MINTify rule« unterstützt die Mitarbeiter der Banken daher - und hilft ihnen, die passenden Regeln zu erstellen. Entwickelt haben die Software die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS (FH) in Sankt Augustin gemeinsam mit ihren Partnern des Unternehmens PAYMINT.«

Roberta: Programmieren für Mädchen

Norddeutsche Rundschau, 10. Mai 2013:

»Bildungsministerium fördert Pilotschulen mit vom Fraunhofer IAIS entwickeltem Konzept zum Umgang mit Lego-Robotern

Schulleiter Hans-Walter Thee: "In diesem Bereich muss unbedingt etwas geschehen." Das soll sich mit Roberta jetzt ändern. Grundlage ist die Erkenntnis, das Mädchen in der Regel schwarze oder graue Elemente als nicht sehr ansprechend einstufen. Deshalb sind jetzt zumindest die großen Steuerelement farbig gehalten. ... Und auch bei der praktischen Arbeit sieht das Projekt mädchenspezifische Aufgaben vor: "Wir werden ein Roboterballett programmieren."«

April 2013

Mit einer App zum aktiven Protagonisten

NDR-Kultur, 27. April 2013:

»Ergänzend zur crossmedialenTV-Serie "About:Kate" hat die Agentur Netzbewegung eine Website und eine Mobile App für Smartphones entwickelt, über die der User aktiv Teil der Story wird. Dabei kommt zum ersten Mal die innovative ?Soundprint?-Technologie des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin zum Einsatz, welche die Mobile App über das Tonsignal mit der TV-Serie synchronisiert. So wird das Smartphone zum echten Second Screen und der User zum aktiven Protagonisten.«

Transmedia-Format "about:kate" startet auf arte

page-online.de, 26. April 2013:

»Am Samstagabend startet artes Transmedia-Serie »about:kate«, die TV-Zuschauer via Web, App und Facebook einbindet

Über die kostenlose App für iOS und Android erhalten die Zuschauer Einblick in Kates Befinden. Wird sie in ihrer Therapie mit Fragen konfrontiert, erscheinen diese auch beim Zuschauer auf der App – sozusagen als Psychotest zur Selbsttherapie. Die Audio-Fingerprint-Technologie zur Synchronisierung der App mit der Serie wurde vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin entwickelt. Ähnlich wie bei Anwendungen wie soundhound werden auch hier akkustische Muster automatisch erkannt und mit einer Datenbank abgeglichen.«

Jung, allein, planlos

Die Welt, 26. April 2013:

»Abschied vom Fernsehen, wie wir es kennen "About:Kate" ist Deutschlands erste crossmediale Dramedy-Serie

Mit der neuen Serie möchte Arte das lineare Erzählfernsehen nachhaltig verändern. Endlich darf der Zuschauer neben Millionen Anderen per Online-Voting eine Stimme abgeben, endlich wird er als Mensch angesprochen, darf Teil dessen werden, was hier erzählt wird.

Die kleine Samrtphone-App synchronisiert sich durch ein neuartiges, vom Fraunhofer IAIS entwickeltes Verfahren der Audio-Erkennung mit dem aktuellen Geschehen der Fernsehserie und wendet sich an bestimmten Stellen der Serie punktgenau an den vom Zuschauer zum Nutzer werdenden Menschen.«

Viele Daten, wenige Experten

Handelsblatt, 15. April 2013:

»Mit Big Data entsteht in der IT ein neuer Beruf. Die Computer sind bei der Analyse der riesigen Datenmengen überfordert, die täglich im Internet und zunehmend auch in den Unternehmen gespeichert werden. Sie brauchen die Intelligenz des Menschen: Data Scientists sollen helfen, dem Datenchaos eine Struktur zu geben, und Strategien entwickeln, wie man aus riesigen Datenmengen Erkenntnisse gewinnen kann.«

März 2013

Big Data bringt Tante Emma zurück

VDI Nachrichten, 15. März 2013:

»Mit Geschäftsmodellen von morgen wird der Kunde dank der ständigen Auswertung digitaler Datenströme individuell vom Markt geholt.

"Tante Emma kannte in Ihrem Laden ihre Kunden, konnte individuelle Angebote machen", sagte Michael May vom Fraunhofer IAIS auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit der IBM. Das soll das digitale Shoppen morgen wieder bieten. Stante pede auf eine Kundenanfrage reagieren und handeln - auf Neudeutsch Instant Interaction und Instant Transaction - werde so zum Standard.«

"About:Kate": Ulmen realisiert crossmediales Storytelling für Arte

Mobilszene.de, 7. März 2013:

»Die Website "arte.tv/kate", die ab dem 29. März online ist, bündelt Kates digitale Spuren wie Suchmaschineneingaben, Playlists, Downloads oder Routenbeschreibungen. Zudem nutzt Arte die App zur Zuschauerbindung: Zuschauer, die über mehr als fünf Episoden hinweg mit der App an der "Therapie" teilnehmen, erhalten nach der Staffel eine detaillierte Auswertung und eine Dokumentation ihrer Entwicklung.

Janna Nandzik von Ulmen Television führte Regie und schrieb das Drehbuch. Zudem betreut Ulmen Television auch die Apps, die Website und den Facebook-Account redaktionell. Die Audio-Fingerprint-Technologie zur Synchronisierung der App mit der Serie wurde vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (Fraunhofer IAIS) mit Sitz in Sankt Augustin beigesteuert.«

Februar 2013

Berliner Staatsbibliothek digitalisiert DDR-Tageszeitungen

Heise, 27. Februar 2013:

»Die Berliner Staatsbibliothek digitalisiert drei DDR-Tageszeitungen und erschließt sie im Volltext. Seit Mitte Februar sind alle Jahrgänge des Neuen Deutschland vom 23. April 1946 bis zum 03. Oktober 1990 fertig digitalisiert und stehen für den Leser bereit. Die Berliner Zeitung ist etwa zur Hälfte fertig, demnächst folgt die Neue Zeit. Auf sie zugreifen können über das Internet alle, die einen Bibliotheksausweis oder eine OpenID-Account (VDB) haben, die man sich kostenlos auf xlogon zulegen kann. .... Seit Juni 2009 wurden 400.000 Zeitungsseiten einzeln eingescannt. 

Diese Scans hat das Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (Fraunhofer IAIS) bearbeitet. ... Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt.«

Wie Big Data die Welt von Groß und Klein verändert

Die Welt, 27. Februar 2013:

»In der Nutzung riesiger Datenmengen liegen große Potenziale für die meisten aller Wirtschaftszweige. Doch auch Privatpersonen können von Big Data-Lösungen profitieren. Sogar im normalen Alltagsleben.

Doch Big-Data-Analysen können auch zu mehr Sicherheit beitragen. "Weltweit beobachten wir zunehmende Risiken für Bevölkerung und Infrastruktur. Umso wichtiger ist es, kritische Ereignisse frühzeitig zu erkennen und Sicherheitsmaßnahmen zu treffen", sagt Dr. Michael May, Abteilungsleiter im Fraunhofer IAIS. Beispielsweise in Katastrophenfällen.

Seit Herbst 2012 entwickelt das IAIS in einem EU-Projekt gemeinsam mit dem Bundesamt für Katastrophenschutz ein Frühwarnsystem, bei dem in Echtzeit Twitter- und Mobilfunkdaten analysiert werden. "Mit einem solchen Katastrophen-Monitoring hätte man bei der Love Parade in Duisburg viel schneller reagieren können", sagt May. Personengebundene Daten würden dabei aber nicht verwendet, stellt er klar.«

Das Puzzle

Der Tagesspiegel, 23. Februar 2013:

»Die Auswertung der riesigen Datenmengen im Netz kann vielen nützen. Doch bislang dominiert Angst die Debatte.

Es gibt tatsächlich Anlass zu Optimismus. Big-Data-Projekte könnten zu Dienern des Gemeinwohls werden. Software, die Daten aus dem Netz filtert und anschließend bewertet, könnte zum Beispiel ein neues Zeitalter in der ärztlichen Diagnostik anbrechen lassen. In Abu Dhabi wollen Mediziner mit einem Programm arbeiten, das Twitter- und Google-Suchanfragen durchscannt. Mithilfe der gehobenen Datenschätze würden die Ärzte rechtzeitig von einer möglichen Ausbreitung von Influenza-Viren erfahren. Falls sich Stichwörter wie „Fieber“ häufen, können sie erste Vorkehrungen gegen eine Epidemie treffen. Ähnliche Frühwarnsysteme ließen sich auch im Katastrophenschutz anwenden. Michael May, IT-Experte am Fraunhofer-Institut, berichtet von einem entsprechenden Forschungsprojekt. Programme, die ebenfalls Twitter durchstöbern, sollen Alarm schlagen, wenn Einträge darauf hinweisen, dass sich eine Überschwemmung oder ein anderes Unglück anbahnt.«

Januar 2013

Obwohl Firmen Potenzial sehen – Fraunhofer: Kein Geld für Big Data

CIO, 15. Januar 2013:

»Big Data kann doch nützlich sein – in fast jeder Branche. Das zeigt eine Untersuchung des Fraunhofer IAIS. Geld dafür ist vielerorts dennoch nicht veranschlagt.

Mit Big Data ist es eine vertrackte Angelegenheit. Einerseits wird die Analyse großer Datenmengen von Anbietern seit einiger Zeit als Hype vermarktet, was durchaus reges und auch konkretes Interesse bestimmter Anwender aus bestimmten Branchen findet. Andererseits scheint ein beträchtlicher Teil an Firmen damit noch nichts anfangen zu können.«

Wer hebt das Datengold?

Die Zeit, 3. Januar 2013:

»Am Fraunhofer IAIS arbeiten Experten gerade an einem ambitionierten Projekt, das eines Tages Polizei und Notdienste unterstützen soll: Der Plan ist, alle möglichen Mobilfunkdaten und Internetinformtionen wie zum Beispiel Twitter auszuwerten - und dann automatisch den Einsatzkräften mitzuteilen, ob irgendwo im Land gerade Hilfe benötigt wird, ob etwa eine Großveranstaltung aus dem Ruder läuft. Dazu müssen Ballungen von Menschen daraufhin untersucht werden, ob sie von vergangenenen Ballungen abweichen - sprich man braucht historische Datenbanken. Und Twitter-Nachrichten müssen beispielsweise daraufhin durchforstet werden, ob sie eher Freude ausdrücken – oder Panik. Big-Data-Systeme der Zukunft, davon ist man bei Fraunhofer überzeugt, werden die menschliche Sprache gut zu deuten wissen.«