Geomarketing

Geomarketing bedeutet, beim Marketing den Ortsbezug auszunutzen. Neue Information und Wissen entstehen, wenn unternehmensinterne Daten mit externen Geodaten kombiniert ausgewertet werden. Typische Geodaten sind raumbezogene statistische Daten, Einzugsgebiete, Distanzen zu  Points of Interest und anderen Attraktoren. Wir unterstützten Sie bei der Auswahl und Aufbereitung von Geodaten, mit quantitativen Analysen und Modellen, bis hin zur Entwicklung integrierter Standortplanungssysteme für Ihr Intranet.

Standortplanung und -optimierung

Wir unterstützen namhafte Handels- und Baumarktketten bei der Planung neuer Standorte und der Optimierung ihrer Filialnetze. Wir entwickeln Modelle, um Gebiete, Orte oder Adressen nach ihrem Potenzial für verschiedene Filialformate zu bewerten. Zum Beispiel schätzt unser Modell die REWE Group Austria den erwartbaren Umsatz für einen beliebigen potenziellen Standort. Für existierende Märkte können wir aus den Daten Regeln für die Sortimentsoptimierung extrahieren. Die Methoden sind nicht branchenspezifisch, wir können damit ebenso Standorte für Immobilien, wie für Briefkästen oder Elektrotankstellen analysieren.

Multichannel-Kampagnenplanung

Für die Deutsche Post haben wir den MediaMailPlanner entwickelt. Damit können die Agenturen Zielgruppen definieren und Crossmedia- oder Multichannel-Kampagnen für Direkt-, Plakat- und Funkwerbung planen. Während bis dato deutschlandweite Adressselektionen aufgrund von langen Rechenzeiten und Medienbrüchen mehrere Tage in Anspruch nahmen, benötigt unsere Client-Server-Lösung nur noch wenige Minuten.

Für die Definition von Zielgruppen können die Agenturen aus Tausende von Merkmalen in der Typologie der Wünsche (TdW) auswählen. Um dafür passende Adressen zu finden, haben wir die Merkmale über eine künstliche Bevölkerung an die Gebäudedatenbank der Deutschen Post gespielt. In einem mehrwöchigen Rechenprozess berechnen und verbessern unsere evolutionären Optimierungsmethoden iterativ rund 1,5 Mrd. Lösungen.

Gebietsplanung

Bei der Gebietsplanung werden kleinste Gebiete zu Regionen zusammengesetzt, für die gemeinsame Leistungen erbracht werden sollen. Beispiele sind Vertriebsgebiete, Absatzgebiete, Verwaltungsgebiete oder auch individuelle Raumeinheiten für die Stadtplanung. Die Gebiete können zusammengesetzt sein aus Postleitregionen, Kreisen, Gemeinden oder noch kleineren Einheiten. Die Gebiete sollen meist gleichwertig sein, ähnlich viele Haushalte der Zielgruppe oder Haushalte mit homogener Struktur enthalten.

Wir haben Verfahren, um solche Gebiete trotz widersprüchlicher Anforderungen möglichst optimal zu konstruieren. Sie funktionieren auch auf Gebäude- oder Straßenabschnittsebene. So konnten wir für ein Direktmarketing-Unternehmen sogenannte „Marktzellen“ von zirka 500 Haushalten konstruieren, die angereichert mit statistischen Daten anderen Unternehmen zum Geomarketing angeboten werden. Mit der Stadt Köln entwickeln wir Raumeinheiten aus Straßenblöcken für statistische Analysen.

CRM-Analytik

Auch die systematische Auswertung von Kundendaten führt in Kombination mit Geodaten zu neuen Erkenntnissen.  Bei der Analyse von Interessenten oder Kündigungen im geographischen Kontext stößt man immer wieder auf bedeutsame räumliche Häufungen. Zum Beispiel erkennt man, dass sich Bewohner von Tallagen wegen des Überschwemmungungsrisikos besonders für einen Umstieg von Öl auf andere Heizquellen interessieren, oder man kann den Erfolg von Vertriebsaktivitäten der Konkurrenz entlang der Hauptverkehrsadern verfolgen. 

Indem man in der angereicherten Datenbank Kunden segmentiert und charakterisiert, kann man Kampagnen und Kundenwertentwicklungsmaßnahmen auch nach geographischen Gegebenheiten ausrichten. Wie unterscheiden sich meine Kunden von ihren Nachbarn? Sind sie kaufkräftiger oder in einer anderen Lebensphase? Wie ist die Infrastruktur und Versorgung an ihrem Wohnort?