Industrial Data Space

Das Fraunhofer IAIS ist Mitbegründerin der bundesweiten Initiative »Industrial Data Space« und leitet deren technische Entwicklung. Ziel des Forschungsprojekts ist es, einen sicheren Datenraum für Unternehmen verschiedener Größen und Branchen zu schaffen, in dem sie ihre Datengüter souverän bewirtschaften können. Institutsleiter Prof. Dr. Stefan Wrobel ist Vorstandsmitglied in dem gleichnamigen Verein. Dieser wurde gegründet, um den Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu intensivieren.

Auf Basis eines offenen Architekturmodells soll der Industrial Data Space den sicheren Datenaustausch mit gemeinschaftlichen Regeln für alle Unternehmen ermöglichen. Da Daten für jedwede Geschäftsstrategie zentral sind, werden Unternehmen nicht bereit sein, ihre Daten ohne Zusicherungen aus den Händen zu geben. Der Industrial Data Space stellt eine Möglichkeit dar, ein Daten-Ökosystem zu realisieren, in dem Unternehmen nach ihren Vorstellungen und nach den Vorstellungen der Verbraucher Daten so miteinander teilen können, dass eine bestimmte Governance gesichert ist, die transparent und fair gestaltet ist.

Die Elemente des Daten-Ökosystems

In dem System können Unternehmen verschiedene Rollen einnehmen: Die offensichtlichen sind die des Data-Owners, der Daten zur Verfügung stellen kann oder die des Daten-Nutzers, der Daten verwenden möchte, um Dienstleistungen oder Produkte anzubieten. Broker vermitteln und erleichtern den Datenaustausch. Zertifizierer sorgen dafür, dass das intendierte Geschäftsmodell auch eingehalten wird.

Das Konzept des Industrial Data Space basiert im Kern auf einem föderalen Modell: Es soll auch dann funktionieren, wenn die Unternehmen die Hoheit über ihre Daten physisch behalten möchten. Daten sollen dann miteinander geteilt werden, wenn das erforderlich ist. Es gibt also kein zentrales Datenlager. Vielmehr wird es Konnektoren geben, mit denen sich die Unternehmen bei Bedarf in das Ökosystem einklinken und Daten tatsächlich austauschen können. Das geschieht mit Hilfe von sogenannten Vokabularen, um Daten trotz vieler verschiedener Standards problemlos auszutauschen.

Use Case: Verkehrsmanagement 2.0

Das Fraunhofer IAIS arbeitet mit verschiedenen Unternehmen an konkreten Use Cases: Zum Beispiel entsteht mit BMW ein Konzept für Verkehrsmanagement 2.0, in das externe Daten zur Routenberechnung einbezogen werden sollen. Insgesamt sind in der Initiative bereits über 60 solcher Use Cases identifiziert.

White Paper

Im Rahmen des Gesamtprojekts zeichnet Prof. Dr. Sören Auer verantwortlich für die Standardisierung und für das Referenzarchitekturmodell. Der IAIS-Projektleiter ist Mit-Autor des White Paper zum Forschungsprojekt »Industrial Data Space«.

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