SHARE

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Digitale Mobilkommunikation und multi-modale Informationsdienste im Katastrophenmanagement

SHARE Logo

Im SHARE-Projekt werden mobile Kommunikations- und Informationsdienste basierend auf Push-To-Share-Technologie entwickelt, die die Einsatzleitung von Rettungskräften bei der Planung und Organisation unterstützen sollen.

Ziel dieser Dienste ist es die Kommunikation und Dokumentation bei großen Schadenslagen zu vereinfachen, Rettungskräfte zu unterstützen, die wenig Fremdsprachenkenntnisse haben, und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Rettungsorganisationen in Europa und bei internationalen Einsätzen zu gewährleisten.

Das SHARE-Projekt wird von der EU im 6. Rahmensprogramm (IST- Technologien für die Informationsgesellschaft) gefördert. Das finanzielle Gesamtvolumen beträgt 4,78 MEuro. Die Fördergelder von der EU belaufen sich auf 2,86 MEuro. Der Projektstart von SHARE war am 1. November 2004 und das Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Das Fraunhofer IAIS fungiert unter anderem als Projektkoordinator.

Ziel

Scenario für SHARE

Folgende technische Innovationsziele werden im SHARE-Projekt verfolgt:

  • Entwurf einer Systemarchitektur zur digitalen Mobilkommunikation im voll-duplex Modus mit multimodaler Interaktion. Erweiterung der sprachbasierten Push-To-Talk-Technologie zur sprach-und datenbasierten Push-To-Share-Technologie.
  • Robuste Sprach- und Videoanalyse unter extremen Umweltbedingungen.
  • Navigation in interaktiven digitalen Karten mit Verknüpfungen zu multimedialen Zusatzinformationen zum Rettungseinsatz.
  • Strukturierung benötigter Informationen durch Einsatz situationsabhängiger Ontologien und Indizierung von multimedialen Daten.
  • Entwicklung neuer Anwendungen für das aufkommende Digitalfunksystem für Rettungskräfte TETRA.
Feuerwehrmann mit Schlauchrolle

Anwendungen

Die im SHARE-Projekt entwickelten Mobilfunkdienste und die Push-To-Share-Architektur finden Anwendungen unter anderem in folgenden Gebieten:

  • Feuerwehreinsätze mit mobilen Leitstellen am Einsatzort bei grossen Schadenslagen.
  • Unterstützung anderer Rettungsorganisationen (technische, medizinische Versorgung) bei Einsätzen mit mobilen Leitstellen, z.B. Hilfsaktionen bei Umweltkatastrophen im Ausland.

Ansatz

etliche Feuerwehrautos auf einem Parkplatz

Bei heutigen Einsätzen werden vor Ort halb-duplex Walkie-Talkie-Geräte zur Kommunikation zwischen den Beteiligten der Leitungsebenen benutzt. Die Einsatzplanung wird mit Hilfe von herkömmlichen Planungswerkzeugen, wie Magnetwandtafel, Papierformularen und Faxkommunikation, durchgeführt.

Im SHARE-Projekt wird angestrebt, die Walkie-Talkies durch digitale Mobilkommunikation mit leistungsstarken mobilen Endgeräten (Tablet-PCs, PDAs, Handys) abzulösen. Der halb-duplex Sprachverkehr soll durch einen voll-duplex Sprach- und Datenverkehr ersetzt werden, wobei multimodale Interaktion mit multimedialen Informationsdiensten möglich wird. Beispielsweise wird die Navigation in digitalen Karten vom Einsatzort mittels Sprach-, Text- und Zeichenstifteingaben auf einem PDA ermöglich. Weitere Informationen zum Schadensfall, wie z.B. die Notwendigkeit Spezialgeräte oder -löschmittel einzusetzen, werden direkt über einen entspechenden Datenservice abrufbar. Ein Wissenmanagement für grosse Schadenslagen wird durch geeignete Ontologien und die Indizierung der Sprachkomminkation ermöglicht.

Projektpartner

Fraunhofer IAIS, Germany - Projektkoordination und WP4 Leitung
Universität Paderborn, Germany - WP5 Leitung
Telisma S.A., France
Siemens AG, Germany - WP2 Leitung
Loquendo SpA, Italy
Aristotle University of Thessaloniki, Greece - WP3 Leitung
National Center for Scientific Research »Demokritos«, Greece
Tele Atlas, Belgium
Feuerwehr Dortmund, Germany

Förderer

Europäische Union, 6. Rahmenprogramm, IST

Laufzeit

2004 - 2007

Mobile Response 2008

Internationales Symposium: Mobile Informationstechnologie für Notfallschutzplanung und Notfallmanagement