Open Data für Kommunen

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Angestoßen durch die internationale Open-Government-Bewegung planen immer mehr deutsche Städte, ihre Daten offen ins Netz zu stellen. Ziele sind mehr Transparenz und Beteiligung, höhere Effizienz in der Verwaltung und eine Grundlage für innovative Produkte und Dienstleistungen in der Wirtschaft zu schaffen.

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Im Kontext von INSPIRE und Linked Open Data

Open Government Data

Open-Data-Portale sollten sich allerdings nicht nur an Personen als interaktive Nutzer richten, sondern auch eine Verarbeitung durch automatische Dienste ermöglichen. Die Mechanismen dazu propagiert der Erfinder des Web, Tim Berners-Lee, als „Semantisches Web“ oder „Linked Open Data“. Parallel dazu verpflichtet die INSPIRE-Direktive der EU unsere Behörden, bis 2019 ein großes Spektrum raumbezogener Daten in Geodateninfrastrukturen bereit zu stellen. Um Doppelarbeiten zu vermeiden, sollten also die INSPIRE-Instrumente bei der Publikation öffentlicher Daten berücksichtigt werden.

In diese Studie wurden deshalb sowohl Entwicklungen aus den Bereichen"Linked Open Data" und INSPIRE einbezogen. Alle verwendeten Referenzen sind dokumentiert und ermöglichen dem Leser weitere eigene Nachforschungen.

Rahmenbedingungen, Daten, Portalkomponenten, Organisation

Die Veröffentlichung kommunaler Daten in einem Portal erfordert zu allererst ein Konzept. Dabei sind die Freiheitsgrade größer als bei einer Geodateninfrastruktur und betreffen

  • Rahmenbedingungen und Zielsetzungen: Gesetze und Änderungsvorschläge, die 10 Prinzipien der Sunlight-Foundation, offene Lizenzen, Gebühren- und Geschäftsmodelle
  • Datenaufbereitung und -auswahl: Datenformate nach der 5-Sterne-Skala von Tim Berners-Lee für "Linked Open Data", Metadaten für Kataloge und Suche, HTTP-URIs als eindeutige Bezeichner, Themen und Bewertungsvorlagen zur Auswahl von Datensätzen
  • Portalkomponenten: Daten, Apps und Dokumente, weitere redaktionelle Inhalte, Suchfilter, Datenvisualisierung und APIs, Kommunikation und Mitwirkung, Software und Architektur
  • Organisation: Organisationsmodelle in der Verwaltung, Beteiligungsformen mit anderen Akteuren, Planung und Vorgehen

Beispiel München, Bremen, Berlin, Wien, London

Einige Städte haben bereits kommunale Daten ins Netz gestellt (Stand April 2012).

  • Open-Data des Statistischen Amtes München: Im Stadtportal von München lagen 18 Datensätze des statistischen Amtes vor.
  • Bremer Open Data Portal: Bremen bot im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Apps4Deutschland“ 33 Datensätze an, wobei viele dieser Daten einen Raumbezug aufwiesen. Überlegt wird daher, wie INSPIRE relevante Geodaten und etwaige kommunale Daten gemeinsam publiziert werden können.
  • Open Data Berlin: Im Berliner Open Data Portal, das seit September 2011 als Betaversion erprobt wird, wurden 62 Datensätze in 16 Kategorien bereit gestellt. Weitere Impulse werden durch die Mitwirkung am europäischen Projekt „Open Cities“ erwartet. Eine zukünftige Ausbaustufe des Portals soll „Linked Open Data“-Konzepte beinhalten.
  • Open Government Data Wien: Das Wiener Open Data Portal ist in enger Zusammenarbeit mit der „Cooperation OGD Österreich" umgesetzt worden, die gemeinsame Standards für „Open Government Data“ in Österreich vorantreiben will. Das Portal verzeichnete 97 Datensätze, wobei ein Großteil mittels OGC-konformer Webdienste (WMS, WFS, WMTS) direkt an die ViennaGIS® Geodateninfrastruktur der Stadt Wien angebunden ist.
  • the London Datastore: Im Londoner Datastore fanden sich 510 Datensätze, mit Fokus auf amtliche Statistiken, wie  Haushaltsausgaben oder demographische Veränderungen. Obwohl in Großbritannien die Überlegungen zur Publikation amtlicher Daten als "Linked Open Data" am weitesten fortgeschritten sind, waren im April 2012 noch längst nicht alle Konzepte im Londoner Portal verwirklicht.
Auszug aus dem Städtevergleich