Mobile Roboter sollen Rettungskräfte im Einsatz unterstützen
Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS
NIFTi - Mobile Roboter im Rettungseinsatz

Nach einem Unglück muss die Rettung reibungslos sein. Im Projekt NIFTi erforschen wir, wie sprachgesteuerte mobile Roboter Rettungskräfte unterstützen können.
NIFTi - Mobile Roboter sollen Rettungskräfte im Einsatz unterstützen
Ereignisse wie Verkehrsunfälle in Tunneln, unbeabsichtigte Austritte von chemischen Substanzen oder Gebäudeeinstürze machen die Unfallgebiete zu unübersichtlichen Gefahrenzonen. Damit Rettungskräfte sich künftig gefahrloser ein Lagebild machen können, sollen sie Hilfe von Robotern erhalten, die als stellvertretende Werkzeuge für Menschen eingesetzt werden. Dies ist das Ziel des EU-Forschungsprojektes »Natural Human-Robot Interaction in Dynamic Environments« (NIFTi). Im Projekt entwickelt das Forscherteam ein System, mit dem Rettungskräfte durch natürliche Sprache mit den Robotern kommunizieren können. Die Roboter – in der Luft und am Boden – interagieren selbstständig miteinander und liefern den Rettern vorgefilterte, relevante Informationen.
Die Aufgabe unserer Wissenschaftler ist es, die Komponenten »Boden-Roboter« und »Luft-Roboter« in das Gesamtsystem zu integrieren. Wir bringen hier unsere Expertise aus dem Forschungsgebiet Kognitive Robotik in das Projekt ein: Am Fraunhofer IAIS entwickeln wir Roboter, die den Grad ihrer Autonomie an die gegebenen Bedürfnisse anpassen können.
Aufgabe des Boden-Roboters wird es sein, das Terrain zu erkunden und zu kartografieren. Gleichzeitig werden wichtige Punkte auf den Karten markiert, zum Beispiel wo ein Verschütteter liegen könnte. Die Fähigkeiten des Roboters am Boden sollen durch einen weiteren Roboter ergänzt werden, der aus der Luft Umgebungsbilder liefert.
Wichtig hierbei ist, dass beide Roboter möglichst autonom, aber in enger Zusammenarbeit mit dem Menschen operieren, um eine Entlastung für die Rettungskräfte darzustellen. Damit diese Anforderungen erfüllt werden können, entwickelt und fertigt das Team des IAIS ein eigenes Mikro-UAV (Unmanned Air Vehicle) mit besonders hoher Traglast. Ausgestattet mit einem 3D-Laserscanner erfasst es seine Umgebung und kann selbstständig darin navigieren. Mit einer Kamera soll es Live-Bilder an die Rettungskräfte und an den Boden-Roboter senden. Um bei Bedarf die Programmierung des UAV anpassen zu können, entwickeln wir auch die Navigations- und Kommunikations-Software selbst.
Für erste Tests haben wir einen Boden-Roboter auf Basis unserer VolksBot-Plattform entwickelt. Dieser neue Prototyp verfügt statt Räder über einen Kettentrieb. Die Erkenntnisse aus dieser Studie werden anschließend in die eigentliche Boden-Roboter-Plattform einfließen, die unser Projektpartner BlueBotics entwickelt.
NIFTi wird durch das 7. Rahmenprogramm der EU gefördert und steht unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Künstliche Intelligenz DFKI. Sieben europäische Partner aus Forschung und Entwicklung kooperieren mit vier Endanwendern.



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