Corporate Web-Site mit Intelligenz
Hunderte Websites von Instituten, Verbünden, Allianzen und Projekten aus unterschiedlichsten Fachrichtungen in einem einzigen Webauftritt innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft umfassend darzustellen, ohne die einzelnen Inhalte zentral pflegen zu müssen - für manchen Webmaster heterogen organisierter Unternehmen klingt das wie ein Traum. Für die Fraunhofer-Gesellschaft ist dieser Traum in Erfüllung gegangen, pünktlich zum 60. Jubiläum.
Das Leistungsspektrum der Forschungseinrichtungen besser zu erschließen, so dass sich Interessierte aller Zielgruppen rasch einen Überblick verschaffen und zum geeigneten Ansprechpartner finden können, war ein wesentliches Ziel bei der Entwicklung des neuen Fraunhofer-Webauftritts. Dieser soll nicht nur nutzerfreundlicher und optisch ansprechender sein, sondern auch die Marke Fraunhofer durch Einheitlichkeit stärken und ihren innovativen Charakter durch den Einsatz neuer Technologie unterstreichen. Spezielle Zielgruppen erhalten künftig maßgeschneiderte Informationen, so bietet die Website Direkteinstiege etwa für Medien, Wirtschaft, Wissenschaft oder Jobsuchende.
Mehr als eine Suchmaschine
Die thematische Vielfalt der Fraunhofer-Gesellschaft erschließt sich aus der Vielfalt von über hundert einzelnen Webauftritten, die von Instituten, Verbünden, Allianzen und Projektteams gepflegt werden. Aus diesen Inhalten die richtigen Facetten auszusuchen, redaktionell auf der Corporate Homepage abzubilden und damit ein zusammenhängendes, stets aktuelles Bild der Fraunhofer-Gesellschaft darzustellen ist eine große Herausforderung und redaktionell kaum effizient realisierbar. Hier kommen die Dokumenten- und Textanalyseverfahren des Fraunhofer IAIS zum Einsatz, die das Erfassen und Auswerten übernehmen, Suchergebnisse nach automatisch erkannten Kategorien sortieren und dadurch die redaktionelle Arbeit unterstützten.
Beim Durchsuchen der verschiedenen Websites erfasst das System neben den eigentlichen Webseiten auch andere Inhalte wie Veröffentlichungen oder Office-Dokumente. Alle gefundenen Inhalte werden nach Schlüsselinformationen durchsucht und diese anhand eines Wissensmodells miteinander verknüpft. So kann der neue Fraunhofer-Webauftritt beispielsweise Auskunft darüber geben, welche Projekte bisher von Fraunhofer-Einrichtungen in Hessen zum Thema Energie durchgeführt wurden. Zu nahezu jeder Seite kann das System auch den richtigen Ansprechpartner nennen, ohne dass hierzu redaktionelle Arbeiten notwendig sind.
Basis für ein Web des Wissens
Die Technik kann aber noch mehr. Durch die Kombination von stark strukturiertem Wissen und schwach strukturierten Suchergebnissen lassen sich auch komplexe Anfragen realisieren, die statt einer Flut von Dokumenten sehr spezifische Ergebnisse und qualifizierte Fakten liefern. Dazu lassen sich neben Webauftritten auch weitere Datenquellen einbinden und mit dem bestehenden Wissensmodell verknüpfen.
Die entstehenden Dienste können einerseits genutzt werden, um den Webauftritt noch attraktiver zu gestalten, andererseits dienen sie auch innerhalb des Unternehmens als interne Informationsquelle. Weil der Ansatz sich nach den technischen Standards des W3C richtet, können auch externe Informationen, etwa aus dem der Linked Open Data Community, genutzt werden.
Das Projekt
Einen einheitlichen, zeitgemäß-ansprechenden und technisch soliden Webauftritt für eine heterogen strukturierte Organisation wie die Fraunhofer-Gesellschaft zu entwickeln, erforderte viel Vorarbeit und sorgfältige Planung. An der Entwicklung waren mehrere Institute beteiligt. Die Federführung übernahm das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, welches die Projektplanung und -durchführung sowie die Einführung der neuen Volltextsuche auf Basis von Marktstandards und deren Optimierung durch automatische Analyseverfahren verantwortete. Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT kümmerte sich um die IT-Sicherheit, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT um Usability und Barrierefreiheit und das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE um die Anforderungsanalyse sowie die Evaluierung der verschiedenen Entwicklungsstadien. Informationsarchitektur und Webdesign wurden in Zusammenarbeit mit der namics Deutschland GmbH entwickelt.
Im Juni 2009 wurden die neue Website der Fraunhofer-Gesellschaft und die Websites einiger Institute sowie die neu entwickelte Suche online gestellt. Die Webserver der übrigen Institute und Einrichtungen und weitere Ausbaustufen der Suche auf der Basis semantischer Technologien werden im Lauf der nächsten Monate folgen.


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