Elektronischer Lesesaal für die Zeitschrift EMMA

25.348 Seiten EMMA online durchstöbern – der EMMA-Lesesaal macht es möglich. Im Auftrag des Bonner Unternehmens ImageWare hat das Fraunhofer IAIS gemeinsam mit dem Hochschulbibliothekszentrum NRW den gesamten Bestand der Zeitschrift EMMA online zugänglich gemacht. Damit stellt EMMA alle bisherigen Ausgaben seit 1977 digitalisiert und kostenlos über das Internet bereit.
»Ein Projekt gegen das Vergessen und für die Zukunft«. Dies ist der Anspruch des Projekts »EMMAdigital« – ein Beispiel für die sichere Bereitstellung digitalisierter Dokumentbestände über das Internet. »Mit dem neuen ‚EMMA-Lesesaal’ zeigen wir, wie Verlage ihre digitalen Dokumentbestände online verfügbar machen können und dabei die Vorgaben des Urheberrechts einhalten«, so Dr. Stefan Paal, verantwortlicher Projektleiter am Fraunhofer IAIS.
Nutzen und Anwendung
Die technische Basis für EMMAdigital ist der elektronische Lesesaal »MyBib eRoom«, den das Team des Fraunhofer IAIS gemeinsam mit ImageWare entwickelt hat. Der elektronische Lesesaal ist eine Präsentationsplattform für Digitalisate und ihre Volltexte und eröffnet die Möglichkeit, unter Einhaltung des Urheberrechts eine Vielfalt an Dokumenten sicher digital bereit zu stellen.
MyBib eRoom schützt sowohl Rechteinhaber als auch Nutzer vor Daten-Missbrauch. Unterschiedliche Authentifizierungs- und Autorisierungsmöglichkeiten erlauben es den Benutzern, rechtssicher auf (Lehr)Bücher, Zeitschriften, Verträge, Pläne und andere sensible Dokumente zuzugreifen.
Sowohl für die Nutzer als auch für die Content-Lieferanten ermöglicht der elektronische Lesesaal weit mehr als die reine Betrachtung digitalisierter Dokumente am Bildschirm: »Meist reicht den Nutzern das digitale Abbild einer Buch- oder Zeitungsseite alleine nicht aus«, betont Paal. »Wichtig ist, dass die Dokumente inhaltlich erschlossen und strukturiert werden, damit Nutzer sie durchsuchen und Bezüge zu anderen Dokumenten finden können.«
Technischer Hintergrund
Dabei kommen zum Beispiel Algorithmen zur Bildoptimierung zum Einsatz. Automatische Verfahren zur semantischen Erschließung großer digitalisierter Dokumentsammlungen ermöglichen die gezielte Suche und Verknüpfung von Informationen in den Dokumentbeständen.
Die Suche erfolgt dabei ähnlich, wie es Internetnutzer von Suchmaschinen für Webseiten gewöhnt sind. Neben der Bibliotheks- und Verlagsbranche profitieren auch weitere Unternehmen und Organisationen mit großen digitalen Dokumentbeständen von der neuen Lösung.
Die Zeitschriftendigitalisate haben Paal und sein Team über die Diensteplattform Medienerschließung verarbeitet: Die Plattform ist ein Werkzeugkasten für Medienunternehmen, um kreative Konzepte der Mehrfachverwertung umzusetzen. Sie bündelt eine Reihe von Verfahren der automatischen Dokumentenerschließung, wie sie u.a. im Rahmen des Forschungsprojekts CONTENTUS entwickelt und optimiert wurden.
Durch die so ermöglichte strukturelle und inhaltliche Erschließung standen über die Plattform auch im Fall von EMMAdigital eine Vielzahl von Metadaten zur Verfügung, die durch die direkte Integration von Web-Services in der Anwendung verwertet wurden.



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