Deutsche Digitale Bibliothek

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB)

In unserer digitalen, vernetzten Welt gewinnt ein möglichst unbeschränkter Zugang zu Wissen und Informationen immer mehr an Bedeutung. Doch die Digitalisierung, Bereitstellung und Verknüpfung von Informationen aus Bibliotheken, Archiven, Museen und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland stellt eine große Herausforderung dar, die es zentral zu meistern gilt. Diese Aufgabe wird mit der Errichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek gelöst. Langfristiges Ziel der DDB ist es, die in Deutschland verfügbaren Kulturgüter und wissenschaftlichen Informationen zu bündeln und über ein Internetportal für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

Das Fraunhofer IAIS war mit der Planung, Entwicklung und technischen Umsetzung der ersten Ausbaustufe betraut. Aus der Erfahrung vorangegangener Projekte, in denen unter anderem die Studie »Auf dem Weg zur Deutschen Digitalen Bibliothek« erstellt wurde, verfügt das Fraunhofer IAIS über besondere Kompetenzen in der Analyse, Erschließung und Präsentation digitalen Kulturgutes. Das Team hat mit seinen Partnern das technische Gesamtkonzept erstellt und die Arbeiten zur Realisierung der Kerninfrastruktur der Deutschen Digitalen Bibliothek koordiniert. Dazu haben die Wissenschaftler ein System aufgebaut, das Ende 2011 an den technischen Betreiber übergeben wurde.

Nach einem internen Testbetrieb und weiteren Entwicklungsarbeiten ging die Deutsche Digitale Bibliothek im November 2012 in einer Beta-Version online. Damit erhielten interessierte Nutzer einen ersten Einblick in das Portal. Nach einer funktionalen und inhaltlichen Erweiterung nahm die Deutsche Digitale Bibliothek im März 2014 den Regelbetrieb auf. Nach und nach sollen die Kulturgüter weiterer Einrichtungen und neue Funktionen in das Portal integriert werden. Fraunhofer IAIS unterstützt den weiteren Ausbau durch die Fortentwicklung von IAIS-Cortex, dem Kernsystem der DDB.

Mehr Info:

Über das Projekt

Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ein Gemeinschaftsvorhaben von Bund, Ländern und Kommunen. Konzeption und Aufbau der ersten Ausbaustufe wurden vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit Mitteln aus dem »IT-Investitionsprogramm« gefördert. Das »Kompetenznetzwerk«, dem namhafte deutsche Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen aus allen Sparten (Bibliotheken, Archive, Museen etc.) angehören, vertritt die Interessen der beteiligten Einrichtungen und berät die Betreiber der Deutschen Digitalen Bibliothek in fachlicher und technischer Hinsicht.

Fraunhofer-Publikationen zur DDB

Albracht, Stefan:
Visualisierung von Wissensgraphen im Kontext der Deutschen Digitalen Bibliothek
Bachelorarbeit, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, 2011

Alieva, Miyasat:
Metadatenmapping im Projekt Deutsche Digitale Bibliothek anhand von Dublin Core, Lido und EAD.
Magisterarbeit, Universität zu Köln, 2011
Volltext

Becker, Sven; Berkler, Katrin; Borowski, Marion:
Ein Datenlogistikzentrum mit enormem Potenzial / IAIS-Cortex meistert große Datenmengen und knüpft neue Wissensnetze
In: BuB - Forum Bibliothek und Information, vol. 03, pp. 213—215, 2012, Fachzeitschrift des BIB. Berufsverband Information Bibliothek e. V. ISSN 1869-1137 (Print-Ausgabe)
Volltext im BuB-Heftarchiv (PDF, s. S. 213ff)

Becker, Sven; Borowski, Marion; Gnasa, Melanie; Stalmann, Kai; Wrobel, Stefan:
ehumanities: Intelligent analysis and information system for humanities and culture
In: GI Jahrestagung (2) 2010, pp. 552—556, 2010, ISSN 1617-5468, ISBN 978-3-88579-270-3
Volltext (extern)

Borowski, Marion; Stalmann, Kai; Becker, Sven:
Preparing the ground for the german digital library
In: ERCIM News, vol. Special theme: ICT for Cultural Heritage, no. 86, pp. 40—41, July 2011, special theme: ICT for Cultural Heritage
Volltext (extern)

Eiser, Peter:
Ein grafischer Editor für Transformationen zur Produktion semantischer Relationen
Bachelorarbeit, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, 2011
Volltext

Jödden, Tim:
Einsatz von Graphdatenbanken zur Repräsentation kultureller Metadaten
Bachelorarbeit, Universität Osnabrück, 2013
Volltext

Köhler, Joachim:
Kompetenzen bündeln zum Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek
In: Fraunhofer IAIS Jahresbericht 2010/2011, pp. 14—17
Volltext

Schröder, Tim:
Kulturelles Erbe online
In: Weiter vorn 2/2010, pp. 40—41
Volltext

Stalmann, Kai; Budde, Reinhard; Mertens, Robert; Tornau, Christoph; Wegener, Dennis; Heydegger, Volker; Wunderlich, Thorsten; Ingenbleek, Bernd; Schulz, Florian:
Kultur im Wissensnetz - Die Architektur der Deutschen Digitalen Bibliothek
In: EMISA Forum, 2011: pp. 15—31
Volltext (extern)

Stalmann, Kai; Wegener, Dennis; Doerr, Martin; Hill, Hermann Josef; Friesen, Natalja:
Semantic-based retrieval of cultural heritage multimedia objects
In: International Journal of Semantic Computing Vol. 06, No. 03, pp. 315—327, 2011,
Volltext (DOI)

Medienecho zum öffentlichen Start der DDB

Ein kultur- und bildungspolitisches Jahrhundertwerk

Deutschlandfunk, 31. März 2014

»Sie soll einmal die Online-Angebote von 30.000 Museen, Lesesälen, Konzerthäusern, Archiven und Forschungseinrichtungen bündeln und kostenlos zugänglich machen. Die Deutsche Digitale Bibliothek, ein gemeinsames Projekt von Bund und Ländern, ist in einer ersten Vollversion an den Start gegangen. Ein kostenloses Angebot, das eine dauerhafte Finanzierung sucht.

Nehmen wir an, Sie sind Lehrer und wollen Ihre Schüler an Person und Werk des Lyrikers Christian Morgenstern heran führen. Da hält die Deutsche Digitale Bibliothek seit heute ein interessantes Angebot parat. Eine Suche nach "Christian Morgenstern" fördert zunächst 12 Objekte zutage: Natürlich ein Foto des Lyrikers aus der Wikipedia, dann ein Foto des Original Schreibmaschinen-Textes der "Spatzenbalade", das im Düsseldorfer Heinrich Heine Institut liegt; oder auch ein handschriftlicher Brief des Lyrikers. Sie sehen auch, dass Morgenstern an vier weiteren Werken beteiligt ist, dem Lied "Schneefall" von Wilhelm Kienzl, ein Klick führt sie zu den Noten, die in der Bayrischen Staatsbibliothek liegen. All diese Fundstücke können Sie in ihrem persönlichen Profil bei der Deutschen Digital Bibliothek speichern, sagt Stephan Bartholmei von der Deutschen National Bibliothek.«

Tür zum Kulturwissen

FAZ, 31. März 2014

»Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ab sofort online. Eineinhalb Jahre nach der Inbetriebnahme einer Beta-Version wurde am Montag die Vollversion des staatlich finanzierten Internetportals freigeschaltet. Es soll in Zukunft bis zu dreißigtausend Einrichtungen aus Kultur und Wissenschaft verlinken und zugänglich machen. Derzeit sind gut zweitausend Einrichtungen bei der DDB registriert.

Die Deutsche Digitale Bibliothek biete neue Chancen, besonders Kindern und Jugendlichen beim Zugang zum kulturellen Erbe „Schwellenängste zu nehmen“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Vorstellung des Portals. Sie habe auch das Ziel, „Datenmonopole“ zu verhindern, die sonst leicht zu „Deutungsmonopolen“ werden könnten. Es gehe darum, eine Tür zum digitalen Wissen über Kunst- und Kulturschätze aufzustoßen. Der virtuelle Zugang könne so den Anreiz erhöhen, der elektronischen Präsentation eine reale Begegnung mit den Objekten folgen zu lassen.«

Deutsche Digitale Bibliothek offiziell eröffnet

golem.de, 31. März 2014

»Für rund 24 Millionen Euro wurde die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) geschaffen. Heute begann der Regelbetrieb. Gezeigt werden Millionen Bücher, Archivalien, Denkmäler, Bilder, Skulpturen, Musikstücke, Filme und Noten.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat am 31. März 2014 den regulären Betrieb der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) gestartet. Grütters nannte die Plattform das einzige nationale Internetportal für Kultur und Wissenschaft.

In Grütters Rede hieß es: "Via Internet können nun auch diejenigen angesprochen werden, die Museen, Bibliotheken, Konzertsäle und andere Kultureinrichtungen eher selten oder gar nicht besuchen. Hier denke ich besonders an die Kinder und Jugendlichen, die schon im Netz zu Hause sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass der virtuelle Zugang zu unserem kulturellen Erbe den Anreiz, die elektronische Präsentation der Objekte um eine reale Begegnung zu ergänzen, eher erhöht."

Laut Grütters sei die Plattform eine öffentliche, staatliche Antwort auf privatwirtschaftliche Aktivitäten. Datenmonopole müssten verhindert werden, weil sie zu Deutungsmonopolen werden könnten. Die Angebote der DDB folgten nicht dem Streben nach den größten Klickzahlen, sondern die Inhalte selbst stünden im Zentrum. Die DDB ist der deutsche Beitrag zur Europäischen Digitalen Bibliothek Europeana.«

Deutsche Digitale Bibliothek geht in den Regelbetrieb

Heise, 31. März 2014

»Mit rund acht Millionen Datensätzen haben Bund und Länder die Vollversion der Deutschen Digitalen Bibliothek freigeschaltet. Sie verfügt über einige neue technische Funktionen und Erweiterungen etwa für die semantische Suche.

 

Rund anderthalb Jahre nach dem Start der Beta-Version der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) haben Politiker und Mitstreiter am Montag in Berlin das vollständige Portal präsentiert. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Sprecher des DDB-Vorstands sprach ausdrücklich von der "ersten Vollversion". Sie werde aber wohl "unentwegt" weiterentwickelt. Das neue Zugangsportal zu Kultur und Wissen bot anfangs Zugriff auf etwa fünf Millionen Datensätze. Sie stammten aus rund 90 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen wie Museen, Archiven oder Bibliotheken. Mittlerweile sind etwa acht Millionen Objekte aus über 100 Institutionen darin verzeichnet. Ziel ist weiter die Eingliederung digitaler Bestände aus bis zu 30.000 Einrichtungen.«

Ende der Betaphase: Deutsche Digitale Bibliothek startet als Vollversion

Spiegel Online, 31. März 2014

»Die Deutsche Digitale Bibliothek ist eine Art Museum im Netz. Digitalisierte Bücher, Bilder, Skulpturen, Tonaufnahmen und andere Werke sollen dort möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Jetzt geht die Bibliothek als Vollversion online.

Die Deutsche Digitale Bibliothek, ein gemeinsames Projekt von Bund und Ländern, hat ihre Betaphase verlassen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte bei der Eröffnung in Berlin, das Projekt reflektiere "das Bemühen, auch im Netz eine Tür zum digitalen Wissen über unsere Kunst- und Kulturschätze aufzustoßen, wo auch immer auf der Welt".

Die Datenbank war Ende 2012 in einer vorläufigen Version in Betrieb genommen worden. Bisher haben sich knapp 2100 Einrichtungen registriert. Bis Ende 2013 wurden für Aufbau und Betrieb des Portals rund 24 Millionen Euro investiert, davon trug der Bund knapp 19 Millionen Euro. Das Projekt ist der deutsche Beitrag zur Datenbank Europeana, die EU-weit Wissen und Informationen bündeln soll.«