Counting Sticks
Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS
Erfolg messen

Wie steuert man ein Unternehmen?
Mit Gespür und Wissen. Erfahrung und Intuition helfen, neue Möglichkeiten zu entdecken. Zahlen, Kurven, Kenngrößen geben Auskunft über den bisher zurückgelegten Weg. Und wo man quantitativ zum jeweiligen Zeitpunkt steht. Doch wie attraktiv sind nackte Zahlen?
Gesucht ist ein einprägsamer Informationstransfer, der Anschaulichkeit und vielleicht sogar Emotionalität bietet. Der etwas von der Dynamik einer Unternehmensentwicklung ahnen lässt. Der Mitarbeitern die Chance bietet, sich mit ihrem persönlichen Arbeitsergebnis im Unternehmenserfolg wieder zu finden. Und der nach vorne hin offen bleibt: Was fehlt noch, um das Unternehmensziel zum Jahresende zu erreichen?
Grafische Darstellungen von Kenngrößen, Formeln, die diese in gegenseitige Abhängigkeiten setzen, animierte Multimediapräsentationen verwirren eher, als dass sie für Klarheit sorgen. Zu abstrakt für viele Mitarbeiter kommen diese Kurven, Balken- und Kuchendiagramme daher.
Etappenziele feiern

Einmal im Monat findet eine kleine Zeremonie statt. Die Geschäftsführung zusammen mit den ProjektleiterInnen, die im vergangengenen Monat neue unterschriebene Aufträge akquiriert haben, stehen mit ihren Stapeln vor dem Erfolgsbarometer. Jeder berichtet kurz, worin der neue Auftrag besteht, wer der Auftraggeber ist und vielleicht auch eine kleine Geschichte aus der Akquisition. Dann wird eine Leiter erklommen, der individuelle Beitrag wird über die Stange geschoben und senkt sich auf die vorhandenen Beiträge. Alle applaudieren, es wird ein Foto geschossen.
Das Erfolgsbarometer

Eine ästhetisch einladende Konstruktion. Klare Linien und Materialien: Stahlstangen, in einem schlichten Holzsockel verankert, nehmen ausgemusterte, gebrauchte CD-ROMs auf. Jede Scheibe steht für eine definierte Umsatzeinheit. Jeder Auftrag wird, entsprechend seinem Volumen, durch einen eigenen Stapel von CD-Scheiben visualisiert. Jeder Stapel wird durch ein farbiges Band fixiert, abwechselnd in einer von zwei Farben. So wird der Beitrag jedes Auftrags sichtbar und das Kunstwerk verändert sich durch die unterschiedlichen Höhen und Farben. An einer der Stangen befindet sich eine schwarze Markierung: das Geschäftsziel für das laufendes Jahr. Jeder kann im Vorbeigehen sehen, wo das Unternehmen steht, wie viel aktuell erreicht ist und wie viel fehlt. Die aufgereihten Stapel symbolisieren den zeitlichen Verlauf des zunehmenden Geschäftserfolges.
Das Erfolgsbarometer wurde von dem Künstlerduo Jonnson/Aguirre für das Fraunhofer-Institut für Autonome Intelligente Systeme, Schloss Birlinghoven, im Jahre 2003 entwickelt. Es steht in einem Verbindungsgang zwischen zwei Gebäudeteilen des Institutes. Was leicht zu einer Trennung wird, ist hier Schauplatz für den gemeinsamen Erfolg. Besucher nehmen die Installation als Kunst wahr, das Institut selbst sieht sich in seinem Selbstverständnis bekräftigt.
Das Erfolgsbarometer-Konzept ist anpassbar an die individuellen Gegebenheiten in Unternehmen und Institutionen der unterschiedlichsten Ausrichtungen. Die Gestaltung orientiert sich am Geschäftsfeld, der jeweiligen Unternehmenskultur, der Corporate Identity. Statt Holz und Stahl können alle verfügbaren Materialien (z.B. Aluminium, Acryl, usw.) Verwendung finden. Durch Modifikation von Farben und Maßeinheiten kann das Konzept auch für die Darstellung der langfristigen Geschäftsentwicklung angepasst werden.


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