LISTEN

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Besuchern von Museen und Ausstellungen wird heute fast überall der konventionelle Audioführer angeboten. Dadurch wird ihnen eine akustische Ergänzung des visuellen Erlebnisses ermöglicht, das aber festgelegt ist.

Im Projekt LISTEN wird ein neuartiges Audiosystem entwickelt, das den Besuchern des Museums zu einer erweiterten Wahrnehmung des realen Raums Museum, d.h. einer Erweiterung um einen virtuellen akustischen Raum verhilft.

LISTEN ist auf der CeBIT 2002 präsentiert worden.

Ergebnis

Während sie ganz natürlich ihre Umgebung erkunden, wird den Benutzern von LISTEN ein interaktiver Zugang zu personalisierten und ortsunabhängigen Räumen mit Audio-Informationen zur Verfügung gestellt.
Ein drahtloser Kopfhörer ortet die Bewegung der Besucher und gibt ihnen die jeweilig passenden Klanginformationen. Damit können die Inhalte dem individuellen Verhalten jedes Benutzers im Raum angepasst werden.
So wird eine neue Form von multisensorischen Inhalten angeboten.

Technik

Drahtlose Kopfhörer

Folgende Komponenten werden in diesem Projekt kombiniert:

  1. weitreichende, hochauflösende, drahtlose Bewegungsortung mit Benutzermodellierung für mehrere Nutzer
  2. dynamische Generierung von Klanglandschaft
  3. binaurale Audio-Wiedergabe
  4. drahtlose digitale Kopfhörer


Die präzise Bestimmung von Ort und Blickrichtung einer großen Zahl von Benutzern ist eine technische Herausforderung. Das vom IAIS entwickelte Tracking-System wird acht Personen gleichzeitig in einem Raum verfolgen können.

Anwendungen

Das künstlerische Potential der Konzepte, aus denen das Projekt hervorgegangen ist, wird in Installationen des Kunstmuseums Bonn untersucht.
Der Künstler Beat Zoderer hat 2001 eine erste Installation mit dem Titel Pavillon - Skulptur No 2-01 für das LISTEN-Projekt geschaffen.
Die endgültige Präsentation von LISTEN findet in der Installation Raumfaltung im Rahmen der Beat Zoderer-Restrospektive im Bonner Kunstmuseum statt. Die Installation wurde von Beat Zoderer, Oswald Egger, Ramón González-Arroyo und Gerhard Eckel konzipiert.
Die sinnliche, emotionale und pädagogische Wirkung wird ein breites Spektrum von Anwendungen, die von Kunstaustellungen bis zu Marketing- und Unterhaltungsveranstaltungen reichen, ermöglichen.

Projektpartner

  • Kunstmuseum Bonn
  • Fraunhofer FIT, Sankt Augustin
  • IRCAM – Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique, Paris
  • AKG Acoustics, Wien
  • Technische Universität Wien, Institut für industrielle Elektronik und Materialwissenschaften

Förderer

Europäischen Kommission, 5. Rahmenprogramm, Vertragsnummer: IST-1999-20646