OpenStreetMap
Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS
OpenStreetMap für die Wirtschaft?

Im OpenStreetMap (OSM) Projekt arbeiten mit großem Erfolg Freiwillige an einer freien Weltkarte. Seit den Anfängen 2006 ist der Datenbestand enorm gewachsen, und damit die Anwendungsmöglichkeiten, die auf den State of the Map Konferenzen präsentiert werden. – Aber was ist mit der Qualität? Und gestattet die Lizenz eine wirtschaftliche Nutzung?
Im Vergleich zu Navteq

Richtungweisend für Qualitätsuntersuchungen an OSM sind die Arbeiten von Haklay, der das OSM-Netz mit Daten des Ordnance Survey in England verglichen hat.
Uns interessierte speziell ein Vergleich mit dem Navteq-Straßennetz, das im Geomarketing gern für Mikroanalysen mit statistischen Daten angereichert wird. Wir haben erstmals ein automatisches Zuordnungsverfahren zwischen den Objekten in beiden Datenbeständen entwickelt. Es erlaubt uns, die Vollständigkeit und Genauigkeit von Straßen in OpenStreetMap und ihren thematischen Attributen zu ermitteln. Der deutschlandweite Vergleich wurde erstmals 2009 durchgeführt und 2011 wiederholt, beide Male mit dem Navteq-Bestand von Herbst 2008 als Referenzmenge.
Je nach Verwendungszweck kann man die Datenqualität für bestimmte Gebiete und Straßenkategorien bestimmen. In den Städten mit über 100.000 Einwohnern erscheint uns die Qualität inzwischen ausreichend für Standortanalysen.
Die neue ODbL-Lizenz für OpenStreetMap
Das OpenStreetMap-Projekt ist dabei, die Lizenz von CC-BY-SA 2.0 auf ODbL umzustellen. Beide verlangen, dass Herkunft und Lizenz genannt werden. Ein wichtiger Unterschied ist aber: Wenn jemand unter der alten Lizenz eine Karte (oder ein anderes Produkt) erstellt, dann muss man die Karte unter derselben Lizenz weitergeben, nicht aber die Daten, die man dafür verwendet hat. Das könnte gegen die Lizenz verstoßen, unter der man die statistischen Daten erhalten hat.
Unter der neuen, eigens für OSM entwickelten ODbL-Lizenz kann man eine Karte oder anderes Produkt unter jede beliebige Lizenz stellen, die die Namensnennung gewährleistet. Andererseits muss man seine Verbesserungen an den OSM-Daten unter der ODbL freigeben, das betrifft aber nicht unabhängige Datenquellen, wie zum Beispiel Statistikdaten. → mehr zur Lizenzumstellung

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